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Wunschschulen Flucht an die Privatschule

Eltern suchen Alternativen zur Wunschschule. Das Erasmus-Gymnasium würde eine weitere Klasse aufmachen.

Private Grundschule in Bad Nauheim
An Privatschulen sind auch nur noch ein paar Plätze frei. Foto: Renate Hoyer

Es gebe sie bereits, die Anrufe verzweifelter Eltern, die nun einen Platz für ihr Kind an einer Privatschule suchten. Die sich nach Alternativen zur Zuweisung an eine weiterführende staatliche Schule umsähen. „Es ist kein großer Run“, sagt Jutta Simon, Verwaltungsleiterin an der privaten Phorms-Schule. Aber auch vergangenes Jahr seien Anfragen noch in den Sommerferien und sogar noch zu Schuljahresbeginn gekommen. „Derzeit müssen die Eltern erstmal den Schock verdauen und gucken, was sie finanziell leisten können.“

Denn eine Privatschule kostet. Da müssen Eltern, die ihr Kind auf eine staatliche Schule schicken wollten, neu rechnen. Doch sie suchen Auswege für ihre Viertklässler, die im nächsten Schuljahr nicht an die Schule ihrer Wahl wechseln können. Vergangene Woche gab es die Zu- und Absagen: Knapp 550 Kinder bekommen eine andere als die Wunschschule zugewiesen, davon mehr als 300 angehende Gymnasiasten. Doch die Flucht an die Privatschule ist nicht ganz einfach: Erstmal muss ein Platz gefunden werden. „Wir haben noch ein paar wenige“, sagt Simon von der Phorms-Schule in Steinbach, zu der ein Schulbus vom Nordend aus fährt. Die wenigen Plätze füllt das Gymnasium nun auf, mehr als die beiden geplanten fünften Klassen aber wird es nicht aufmachen.

An der ältesten Privatschule Frankfurts, der Anna-Schmidt-Schule, ist kein Platz mehr frei. An der Kant-Schule im Nordend sind es noch einige wenige. „Bei uns herrscht immer eine hohe Nachfrage, aber derzeit geht es speziell um Plätze für die fünfte Klasse“, sagt Lydia Wendel, Sekretärin an der Kant-Schule, die Grundschule und Gymnasium ist. Grundvoraussetzung für die Aufnahme: Es muss eine Gymnasialempfehlung vorliegen.

Die ist auch für die Erasmus-Schule notwendig. Seitdem Eltern die Bescheide im Briefkasten hatten, gab es an dem Privatgymnasium nicht nur Anfragen, sondern es wurden auch Verträge geschlossen. „Da kamen Eltern eben jetzt erst, als es mit der staatlichen Schule nicht geklappt hat“, sagt Schulleiter Holger Beckmann. „Aber wir haben auch weiterhin Kapazitäten.“

Das Gymnasium befindet sich im Aufbau, es hat derzeit erst einen fünften Jahrgang mit neun Schülern. Da es die Schule noch nicht lange gibt, müssten „Eltern zunächst Vertrauen in unser Gymnasium gewinnen“, sagt Beckmann. Durch unzufriedene Eltern im staatlichen System sieht der Schulleiter nun die Möglichkeit, „noch Leute gewinnen zu können“. Einige Familien sind schon für Hospitationen vorgemerkt. „Manche warten aber noch, weil sie gegen die Zuweisung klagen“, sagt Beckmann.

Eine Klasse an der trilingualen Privatschule hat maximal 20 Schüler. Eine ist nun fast voll, aber Beckmann würde auch eine weitere aufmachen. „Wir sind dafür ausgerüstet und vorbereitet“, sagt er. Die Schüler müssten allerdings einen Aufnahmetest absolvieren.

Lesen Sie mehr zum Thema in unserem Dossier Schulen in Frankfurt

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