Lade Inhalte...

WOW und Gegendemo in Frankfurt Kritik an Polizeieinsatz bei Gegendemo

„Widerstand Ost West“-Anführerin Ester Seitz wird nach der von ihr initiierten rechten Kundgebung in Frankfurt mit Häme überschüttet. Von Seiten der linken Gegendemonstranten werden derweil Vorwürfe laut, die Polizei sei an vielen Stellen unnötig brutal gegen Protestierer vorgegangen.

20. Juni: Antifa-Aktivisten protestieren gegen den Aufmarsch von „Widerstand Ost West“. Foto: peter-juelich.com

Ester Seitz hat sich seit Samstag nur mit exakt fünf Worten öffentlich geäußert. „Sieg in Frankfurt am Main!“, heißt es auf dem Facebook-Profil der Anführerin von „Widerstand Ost West“. Ob die junge Aktivistin allerdings wirklich einen politischen Sieg eingefahren hat, ist mehr als fraglich: Nur knapp 200 Menschen, darunter rechte Hooligans und Neonazis, hatten sich am Samstag an ihrer islamfeindlichen Kundgebung auf dem Roßmarkt beteiligt, mehr als 2000 Gegendemonstranten sorgten mit Blockaden dafür, dass Widerstand Ost West statt einer Demoroute nur einmal um einen Häuserblock laufen durfte – unter massivem Polizeischutz.

Entsprechend hämisch sind die meisten der mehr als 400 Kommentare, die sich bereits unter Seitz’ Facebook-Eintrag finden. „Seit Wochen machst du hier großkotzige Ankündigungen und dann so eine Blamage“, schreibt ein User; eine andere Nutzerin schreibt zu einem vor Weinen lachenden Smiley: „Eine kleine Gassirunde und dann im Gehege schwallen ist ein Sieg?“

Von Seiten der linken Gegendemonstranten werden derweil Vorwürfe laut, die Polizei sei an vielen Stellen unnötig brutal gegen Protestierer vorgegangen.

„Die Gewalteinsätze waren häufig willkürlich“, schreibt etwa der Ermittlungsausschuss Frankfurt. Es habe Verletzte durch Schlagstock- und Faustschläge gegeben; man wisse zudem von mehreren Dutzend Menschen, die durch Pfefferspray-Einsatz verletzt worden seien. Eine junge Frau habe sogar ins Krankenhaus eingeliefert werden müssen.

Sowohl der Ermittlungsausschuss als auch die Anti-Nazi-Koordination kritisieren zudem, dass die Beamten bei den versammelten Rechten zu oft ein Auge zugedrückt hätten: So habe Ester Seitz ihre Kundgebung durchführen dürfen, obwohl am Morgen mehrere verbotene Gegenstände in ihrem Auto gefunden worden waren, darunter ein Cutter-Messer, ein Benzinkanister und eine Schutzweste.

Die Stadtverordnete Jutta Ditfurth (Ökolinx) warf der Polizei unterdessen vor, auf Twitter unwahre Meldungen verbreitet zu haben: Als die Polizei um 13.44 Uhr twitterte, in der Junghofstraße würden Beamte „mit Tritten und Schlägen angegriffen“, sei sie zufällig schon eine Weile vor Ort gewesen, sagte Ditfurth der Frankfurter Rundschau. Die Lage zwischen Polizisten und linken Aktivisten sei zu diesem Zeitpunkt seit rund 20 Minuten angespannt, aber ruhig gewesen. Es habe keine Angriffe auf Polizeibeamte gegeben, so Ditfurth.

Die Polizei wollte am Montag zunächst keine Stellungnahme zu den Vorwürfen abgeben.

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen