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World Fitness Day in Frankfurt Körperkult im Freien

Rund um das Frankfurter Waldstadion stählen beim World Fitness Day in Frankfurt 30.000 Menschen gemeinsam ihre Muskeln. Doch nicht jeder Teilnehmer kann damit auch etwas anfangen.

World Fitness Day
Hüpfen wie ein Känguru: Bei Kangoo Jumps sorgen federnde Schuhe für ein neues Trainingsgefühl. Nach kurzer Eingewöhnungszeit steht man sicher. Foto: Rolf Oeser

Es ist ein Bild, das einen schmunzeln aber auch staunen lässt. Mehr als 200 Menschen liegen auf ihren Handtüchern und folgen den Anweisungen eines Trainers, der auf der Bühne im Freien in sein Mikrofon spricht. Weil der Platz gar nicht für alle reicht, haben sich einige schon fast auf den befestigten Fußweg gelegt, um noch bei der Übung mitmachen zu können. Fast alle haben die Augen geschlossen. Dabei lassen sie ihren Rücken auf einer Faszienrolle ruhen. „Mit jedem Ausatmen sinkt ihr tiefer in eure Rolle“, haucht der Coach ins Mikro. Das 45-minütige Training ist nur der Auftakt zum zweiten Tag des World Fitness Day am Waldstadion in Frankfurt.

Etwa 30 000 Besucher – so der Ausrichter – kamen am Freitag und Samstag, um Teil der Veranstaltung am Stadion zu sein. Durch die hohe Nachfrage sei die Aufstockung auf zwei Tage sinnvoll gewesen. Auch im kommenden Jahr plant der Veranstalter wieder den Fitnesstag in Frankfurt. Und es gibt kaum Zweifel, dass dann mindestens genau so viele Menschen zum Sportevent kommen.

Tonja Petri ist aus der Nähe von Gießen angereist. Auch im vergangenen Jahr war sie bereits dabei. „Nirgends sonst gibt es so ein Open-Air-Event“, sagt sie. Das Gruppengefühl sei bestimmt ein wichtiger Faktor für die Besucher. Wenn viele Menschen zusammenkommen, um Sport zu treiben, sei das etwas ganz Besonderes. Petri geht regelmäßig ins Fitnessstudio, joggt, fährt Inline-Skates und geht schwimmen. Am Samstagvormittag hat sie bereits beim Work-out auf dem Trampolin mitgemacht.

Gleich neben dem Trampolinstand ist Kangoo Jumps zu finden. Dabei ziehen die Teilnehmer bestimmte Schuhe an, die federn und für ein ganzheitliches Training sorgen. Trainer Tino hat sich fünf Neulinge zur Seite genommen und zeigt ihnen ein paar erste Übungen. Immer wieder pustet er in seine Trillerpfeife und wirkt dabei fast wie ein Drill-Instructor des amerikanischen Militärs. Die Besucher machen begeistert mit, hüpfen von links nach rechts und von vorn nach hinten.

Doch nicht nur draußen wird ordentlich geschwitzt, auch im Stadion gibt es genug Möglichkeiten seine Fitness zu beweisen. An einem Stand treten zwei Männer bei einer Burpee-Challenge gegeneinander an. Aus dem Stand in den Liegestütz springen, einen Liegestütz machen und anschließend einen Hockstrecksprung – dann ist ein Burpee geschafft. Die beiden Männer legen schnell los, nach einiger Zeit schwinden aber die Kräfte und das Ganze wird deutlich langsamer. Am Ende steht es 50 zu 58, das Publikum applaudiert für beide Männer.

Die Lautstärke in der Arena ist hoch. An fast jedem Stand gibt es einen eigenen DJ, der tosende Musik auflegt. Dazu die Moderatoren von der Bühne und das allgemeine Gemurmel der Massen. Wen das nicht stört, macht ein paar Übungen an den aufgebauten Geräten. Egal ob Hanteln, Turngeräte, wie Reck und Barren oder ganze Parcours – an allen Stationen sind die Besucher gefordert. Marco Dirnhofer hat sich am Fitnessparcours versucht. „Es war megaschwer. Bei Ninja Warriors im Fernsehen sieht es immer so leicht aus“, sagt der Mann aus Aschaffenburg. Besonders die Himmelsleiter, bei der man eine Stange Stück für Stück nach oben bugsieren muss, während man selbst daran hängt, war anstrengend. Dirnhofer war bereits im vergangenen Jahr dabei: „Es ist besser geworden.“ In seiner Freizeit fährt er Mountainbike und macht Krafttraining.

Weniger begeistert zeigen sich Raimund und Duygu aus Mannheim. Ihre Nachnamen wollen sie nicht nennen. Der junge Mann und die junge Frau haben Freikarten für das Event bekommen. „Geld hätte ich hierfür nicht bezahlt“, sagt Raimund. Die Angebote würden ihnen nicht gefallen und auch in der Arena werde zu wenig geboten.

Dabei ist das Angebot im Stadion vielfältig, aber bestimmt nicht jedermanns Sache. An vielen Ständen wird Pulver für Proteinshakes verkauft. An anderen wird Bekleidung für den Fitnessstudiobesuch angeboten und gleich daneben dürfen die Besucher an Glücksrädern drehen, um vielleicht einen tollen Preis abzustauben. Immer wieder gibt es auch kleine Bühnen, von denen Werbegeschenke in die Zuschauertraube darum herum geworfen werden. So fliegen, T-Shirts, Proben und weitere Gimmicks durch die Luft. So richtig ins Jubeln kommen die Massen erst, als auch ein Behälter mit Proteinpulver ins Publikum geschleudert wird.

Neu ist in diesem Jahr ein Abschnitt rund um die Schönheit. Dort werden unter anderem Mascara, der beim Schwitzen nicht verläuft und Wimpernverlängerungen angeboten. Ebenfalls neu ist ein Bereich, der sich mit Fitness-Essen beschäftigt. Hier wird verkostet, informiert und gekauft. Ruben und Julia aus Leipzig sind am Samstagmorgen zeitig losgefahren, um pünktlich in Frankfurt zu sein. „Ernährung spielt bei uns eine starke Rolle“, berichtet Julia. Beide machen vorwiegend Cross-Fit, wobei es um eine einheitliche Stärkung von Kraft, Ausdauer, Schnelligkeit, Beweglichkeit und Koordination geht. Ihr Statement zum Event: „Wir mögen das Gepose nicht.“

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