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Wolkenkratzer-Festival Slackliner Kleindl „Ich habe schon ein wenig Höhenangst“

Slackliner Kleindl stellt beim Wolkenkratzer-Festival einen neuen Weltrekord auf. Auf einem 2,5 Zentimeter schmalen Gummiband läuft er in 185 Meter Höhe vom rechten zum linken Turm des Tower 185. Doch ganz ohne Angst balanciert auch er nicht zwischen den Hochhäusern herum.

Slackliner Keindl schwebt 185 Meter über der Stadt. Foto: Andreas Arnold

In einer Ecke auf dem Dach des rechten Turms des Tower 185 sitzt Reinhard Kleindl auf dem Boden, mit dem Rücken an der Balustrade, er wirkt völlig in sich gekehrt. Ihm gegenüber stehen Kameramänner und Fotografen, justieren ihre Objekte und werfen immer wieder einen Blick auf den jungen Mann.

Dann steht er auf, steigt zielstrebig auf die Brüstung und legt sich sein Sicherungsseil an. Kleindl ist bereit für seinen Weltrekordversuch: Er will auf einem 2,5 Zentimeter schmalen Gummiband in 185 Metern Höhe vom rechten Turm zum linken balancieren. Gebannt blicken die zwei Dutzend Zuschauer, die am Samstag auf dem Dach des Tower 185 dem Österreicher bei seinem Weltrekordversuch zusehen dürfen, wie er langsam aber zielstrebig Fuß vor Fuß setzt, die andere Seite fest im Blick. Nach rund zwei Minuten hat er es geschafft. Auf der Balustrade des linken Turms angekommen reckt er strahlend beide Arme in die Höhe. Von unten hört man die Rufe und den Applaus der Festivalbesucher, die an der Mainzer Straße vor dem Hochhaus mit dem Sportler mitgefiebert haben.

Nach der Überquerung sitzt Kleindl schon fast gelassen auf der Brüstung. Auf die Frage, ob ihm die Höhe nichts ausmache gibt er zu: „Es ist extrem übel, wenn man runterschaut. Absolut gewaltig.“ Der Boden sei so weit weg, stellt der Grazer trocken fest. Im Unterschied zu einem Highline – so nennen die Profis das Slacklining in großer Höhe – das man in den Bergen macht, seien die schnurgeraden Hochauswände, die den Blick ungehindert nach unten leiten, viel beängstigender als eine Felswand.

Doch das Schwierigste an einem urbanen Highline zwischen Hochhäusern sei es, die notwendigen Genehmigungen zu bekommen, sagt Kleindl grinsend.

„Ich habe schon ein bisschen Höhenangst“, so der Profi-Slackliner. Am Ende sei es jedoch reine Kopfsache, die eigene Angst zu überwinden. „Mein Kopf sagt zwar: ,Das ist gefährlich‘, doch gleichzeitig weiß ich auch, dass mir nichts passieren kann, weil ich gesichert bin.“

Wäre Kleindl von der Slackline gefallen, hätte ihn das Seil, das am Gurt an seiner Hüfte befestigt ist, zwar gehalten, doch hätte es sein können, dass er es aus eigener Kraft nicht mehr auf das Band zurückgeschafft hätte. Dann hätte er von den Höhenrettern der Feuerwehr oder von der Polizei per Hubschrauber geborgen werden müssen.

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