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Wolkenkratzer-Festival Frankfurt Frankfurt von oben und tolle Shows

Wer sich auf eines der 18 Frankfurter Hochhäuser traut, wird mit einem beeindruckenden Blick über die Stadt belohnt. Doch das Wolkenkratzer-Festival bietet den Besuchern mit seiner fünften Auflage noch vieles mehr.

Ein Feuerwerk über der Frankfurter Skyline beendet den ersten Tag des "Wolkenkratzer-Festivals". Foto: dpa

Die Leute an der Hauptwache schauen gebannt nach oben. Die meisten schirmen mit einer Hand die Augen ab, um besser sehen zu können, was sich 60 Meter über den grauen Betonplatten des Platzes abspielt. An der Spitze einer schmalen Eisenstange drückt sich Alexander Weisheit gerade in einen einarmigen Handstand. Der junge Artist, der zur Akrobatengruppe Geschwister Weisheit gehört, turnt dort völlig ungesichert. Würde er abrutschen, würde kein Seil und kein Netz seinen Fall bremsen. Als seine Füße wieder den Mast berühren und er einigermaßen sicher steht, atmen die Zuschauer am Boden erleichtert aus.

Den Atem anhalten – dazu gab es an den beiden Tagen des Wolkenkratzer-Festivals am vergangenen Wochenende mehr als genug Gelegenheiten. Fliegende Motorrad-Artisten, ein Slackline-Profi, der in 185 Metern Höhe einen neuen Weltrekord aufstellte oder das große Feuerwerk am Samstagabend – das waren nur einige der 120 Attraktionen und Mitmach-Aktionen, die das Festival auf den Straßen der Frankfurter Innenstadt bot. Über eine Million Besucher, so schätzte die Polizei am Sonntagmittag, kamen am Wochenende in die Stadt. Trotz des Champions-League-Finales und niedriger Temperaturen waren die Straßen und Plätze in der Stadt und die Foyers der teilnehmenden Hochhäuser am Samstag voll von Menschen, über 900.000 kamen an diesem Tag.

„Der Ausblick ist fantastisch“, befand Sascha Kitsche, als er an einem der bodentiefen Panoramafenster im 38. Stock des Opernturmes stand und auf das mit Regenwolken verhangene Frankfurt hinabblickte. Der Zeilsheimer war mit seiner Mutter Magdalena am Sonntagmorgen auf das Wolkenkratzer-Festival gekommen.

Er war einer der 80.000 Besucher, die sich vor einigen Wochen erfolgreich für die Tickets registriert hatten, die den Zugang zu den 18 Wolkenkratzern, unter ihnen die Commerzbank-Zentrale, die Türme der Deutschen Bank oder den Messeturm erlaubten. Eigentlich habe seine Mutter auch beim Bungee-Jumping mitmachen wollen, doch das habe er der 71-Jährigen verboten, erzählte Kitsche. „Leider war auch schon alles ausgebucht“, erzählte Magdalena Kitsche enttäuscht. Besonders die Schwindelfreien kamen bei den verschieden Aktivitäten, die der Hauptveranstalter des Wolkenkratzer-Festivals, der Radiosender FFH, gemeinsam mit vielen Partnern und Sponsoren zusammengestellt hatten, auf ihre Kosten. An vielen Ecken der Stadt konnte kostenlos geklettert, gehüpft, geschaukelt und gerutscht werden.

Regen verhinderte einige Auftritte

Neben den Akrobaten, Künstlern und Sportlern, die an den verschiedenen Stationen zwischen den Häuserschluchten immer wieder ihr Können demonstrierten, traten an den beiden Bühnen an der Hauptwache und auf dem Opernplatz etliche Künstler auf. Unter anderem Nena, Status Quo, Heino und Paul Potts gaben sich an den beiden Tagen in Frankfurt die Ehre.

Die Auftritte der Skyline Symphonie und der Neuen Philharmonie mussten am Sonntag abgesagt werden. Die teuren Streichinstrumente drohten wegen des anhaltenden Regens Schäden davonzutragen. Doch die meisten Aktionen fanden trotz des schlechten Wetters auch am Sonntag statt. Mit Regenschirmen und wasserdichten Schuhen hatten sich auch einige Besucher trotz der schlechten Witterung auf das Festival gewagt, sicherlich auch wegen des verkaufsoffenen Sonntags.

Da der Andrang am Sonntag aufgrund des Wetters nicht ganz so groß war wie erwartet, hatten einige der Hochhausbesitzer auch den Besuchern ohne Karte den Zutritt zu ihren Wolkenkratzern gewährt. Mehr als 100.000 Menschen kamen laut FFH-Geschäftsführer Hans-Dieter Hillmoth so in den Genuss, die Stadt einmal von oben zu sehen.

Während die Besucher in 30 Sekunden in den 49. Stock der Commerzbank-Zentrale hinaufsausten, stürzten sich Base-Jumper von den umliegenden Hochhäusern. Und wieder hieß es: Atem anhalten. Doch dann gingen die bunten Fallschirme der Sportler auf und sie schwebten zwischen den glitzernden Türmen zu Boden.

Hillmoth war zufrieden mit der fünften Auflage des Wolkenkratzer-Festivals, obwohl die Besucherzahl des vergangenen Festivals nicht geknackt wurde. Dass es ein sechstes Festival geben wird, schloss er nicht aus. Die rund 1200 Mitwirkenden, unter ihnen die 100 Mitarbeiter des Radiosenders müssten nach zwei Tagen Organisationsmarathon aber erst einmal selbst ein wenig Luft holen.

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