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Wohnungsbau Lebensqualität für die Bürostadt

Die Stadt und Standortinitative suchen gemeinsam Lösungen zum Wandel des Viertels. Er sei zuversichtlich, dass sich die Bürostadt in den nächsten zehn bis 15 Jahren zu einem lebendigen Stadtquartier in bester Qualität und Lage entwickele, sagte Bürgermeister Olaf Cunitz von den Grünen.

Schon im Herbst wurde in der Bürostadt kräftig gebaut. Foto: Rolf Oeser

Beim Versuch, den Wandel der Bürostadt in ein gemischtes lebendiges Viertel voranzutreiben, wollen die in der Standortinitiative-Neues Niederrad (Sinn) organisierten Unternehmen und die Stadt stärker zusammenarbeiten. Ziel ist es, Lösungen zu finden, um das einst autogerecht und rein als Platz zum Arbeiten geplante 88 Hektar große Quartier so attraktiv zu machen, dass sich die 6000 bis 10 000 Menschen, die schon in wenigen Jahren in dem teils zu Niederrad, teils zu Goldstein zählenden Viertel wohlfühlen. In Fachdialogen sollen Lösungen für Einzelhandel und Gastronomie, Verkehr und Wegenetz, Schulen und Kindergärten, die Gestaltung der Ortseingänge und die Sicherheit in der Bürostadt gefunden werden.

Er sei zuversichtlich, dass sich die Bürostadt in den nächsten zehn bis 15 Jahren zu einem lebendigen Stadtquartier in bester Qualität und Lage entwickele, sagte Bürgermeister Olaf Cunitz (Grüne) am Dienstag nach einem Expertengespräch, zu dem die Initative Sinn und die Vereinigung „Impulse für den Wohnungsbau“ eingeladen hatten. Das Viertel habe Nachteile, aber auch außergewöhnliche Qualitäten. Dazu zählten die sehr großzügig dimensionierten Freiflächen zwischen den Gebäudekomplexen. Auch die Anbindung und die Lage seien sehr gut, hob Cunitz hervor.
Architektin Sonja Moers vom Büro Raumwerk sprach von einem Parkcharakter des Viertels. Es gelte nun, diese Qualität zu steigern, den öffentlichen Raum im Quartier zugunsten der Fußgänger neu zu definieren.

Was in der Bürostadt passiere, könne zum internationalen Beispiel für die Umwandlung eines Bürostandorts in ein lebendiges Quartier werden, sagte Gerald Lipka, Sprecher der Initiative Impulse für den Wohnungsbau. „Wir werden schnell praktische Lösungen finden, um die Aufenthaltsqualität weiterzuentwickeln“, versprach er. Bei dem Expertengespräch sei etwa die Idee, einen Kunstparcours anzulegen, aufgekommen.

Noch viele Herausforderungen

Das Viertel habe ein großes Potenzial. Noch seien aber viele Herausforderungen zu bewältigen, sagte Detlev Hans Franke von der Initiative Sinn. Das Kernthema sei die künftige Lebensqualität der Bewohner.

Wie weit die Bürostadt auf dem Weg zu einem gemischten Quartier inzwischen gekommen ist, zeigte Planungsdezernent Cunitz auf. Immerhin fast 500 Wohnungen sind in den vergangenen Jahren in dem Viertel mit immer noch rund 25 000 Arbeitsplätzen entstanden. 134 weitere Wohnungen sind, wie er am Dienstag vorrechnete, fast fertig, 165 im Bau, Projekte mit 2600 Wohnungen in der Bauberatung.

Kurz davor, den Bauantrag für ein Projekt mit 330 Eigentumswohnungen an der Ecke Hahnstraße/Goldsteinstraße einzureichen, ist, wie Vorstand Wolfgang Ries in der Bürostadt sagte, das Hanauer Unternehmen Bien Ries.

Der Wohnungsbau habe auch dem Büromarkt Schwung gegeben, hieß es. Auch durch Abriss und Umwandlung in die Jahre gekommener Immobilien steht inzwischen nur noch halb so viel Büroraum leer wie noch 2009; der Leerstand betrug im Sommer vergangenen Jahres allerdings immer noch rund 110 000 Quadratmeter. Die Monatsmieten sind leicht gestiegen.

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