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Zeitungsviertel in Frankfurt Wohnungen statt Zeitungsredaktionen

Mit dem Umzug der FAZ ins Europaviertel 2021 löst sich das alte Frankfurter Zeitungsquartier im Gallus auf. Die Stadt will keine Hochhäuser.

Stadtentwicklung in Frankfurt
Der Blick auf die FAZ-Gebäude an der Hellerhofstraße im Gallus heute: Im Jahr 2021 will die Zeitung hier ausziehen. Foto: Christoph Boeckheler

Es ist ein Einschnitt in der Frankfurter Stadtgeschichte. Seit Jahrzehnten werden im Gallus zwischen Mainzer Landstraße und Frankenallee Zeitungen gemacht: Die „FAZ“ und die „Frankfurter Neue Presse“ (FNP) sitzen hier traditionell mit ihren Redaktionen. Doch nun steht das alte Zeitungsviertel vor der Auflösung. „Im ersten Quartal 2021“, so heißt es bei der Fazit-Stiftung, die das FAZ-Kapital hält, wird die Zeitung ins Europaviertel umziehen.

Dort entsteht bis dahin auf dem Grundstück Europaallee 92 ihr neues Verlagsgebäude. Das 60 Meter hohe Haus nach dem Entwurf des Berliner Architekturbüros Ecke Becker wird die rund 1000 FAZ-Beschäftigten aufnehmen, die gegenwärtig noch im Gallus auf mehrere Gebäude verteilt sind. Auf das riesige Grundstück der Zeitung im Gallus aber unter der Adresse Hellerhofstraße 2-4 und Hellerhofstraße 9 richten sich längst begehrliche Blicke von Projektentwicklern und potenziellen Investoren. „Das Interesse an diesem Gebiet ist groß, es gibt viele Anfragen“, sagt eine Sprecherin der Fazit-Stiftung.

Das ist kein Zufall. Denn im Gallus ist der Umbruch vom früheren Industrieviertel hin zum modernen Dienstleistungsquartier längst in vollem Gange. Überall entstehen neue Bürogebäude, aber auch neue Wohnungen. „Der Wandel ist unverkennbar“, sagt der planungspolitische Sprecher der Grünen im Römer, Uli Baier, der seit Jahrzehnten im Gallus lebt. Auch der Frankfurter Planungsdezernent Mike Josef (SPD) spricht von einem „sozialen Umbruch“, der auch die Gefahr berge, dass es zur Verdrängung der angestammten Wohnbevölkerung komme.

Josef skizziert im Gespräch mit der FR nach einem Abriss des alten Zeitungsquartiers ein „Viertel mit dem Schwerpunkt Wohnen“, in dem aber auch nichtstörendes Gewerbe angesiedelt werden könne. Und er spricht die „soziale Infrastruktur“ an, die es dort künftig brauche, also etwa eine Kita oder auch eine Schule.

Für das Gelände der FAZ gibt es laut Josef keinen städtischen Bebauungsplan. Das spricht seiner Meinung nach dafür, die Zukunft nach Paragraf 34 des Baugesetzbuches zu behandeln. Das würde bedeuten: Das Maß der Bebauung dürfte die Maße in der Nachbarschaft des FAZ-Areals nicht überschreiten.

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