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Wohnungsmarkt Fast 500 Euro für ein WG-Zimmer

Die Mieten für WG-Zimmer steigen in Frankfurt stark. Private Anbieter bauen seit einigen Jahren in größerem Stil private Apartmenthäuser, die sich nur oder auch an Studierende richten.

Kurz vor Beginn des neuen Semester stehen viele Studenten in Hessen noch ohne Wohnung da. Foto: dapd

Frankfurt war für Studierende nie günstig. Zum Semesterstart aber haben die Mieten für WG-Zimmer und kleine Apartments ein Niveau erreicht, das noch vor wenigen Jahren undenkbar schien. 480 Euro kostet ein WG-Zimmer nach Zahlen des Moses-Mendelssohn-Instituts und des Portals WG-Gesucht inzwischen im Schnitt. Das ist ein Plus von 30 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Der Bafög-Satz enthält eine Wohnkostenpauschale von gerade einmal 250 Euro im Monat.

Noch vor fünf Jahren war nach Erhebungen der Forschungseinrichtung ein Zimmer im Schnitt für 400 Euro zu haben. Nur München ist nach dieser Studie mit 600 Euro im Monat noch teurer. Selbst in Städten wie Hamburg, Stuttgart, Köln und Berlin müssen Studierende demnach 30 bis 50 Euro weniger als in Frankfurt bezahlen.

Das Kölner Institut der deutschen Wirtschaft geht sogar von noch höheren Mieten aus. Für eine von den Forschern hypothetisch konstruierte studentische Musterwohnung in Frankfurt waren nach ihren Zahlen im ersten Halbjahr 499 Euro im Monat zu zahlen. Das sind 106 Euro mehr als im selben Zeitraum des Jahres 2010. Auch nach dieser Erhebung ist unter den vergleichbaren Städten nur noch München teurer als Frankfurt. Für Studenten ohne gut bezahlte Nebenjobs oder elterliche Unterstützung seien solche Mieten kaum zu tragen, folgert das Institut.

Für die bundesweit immer schwieriger werdende studentische Wohnungsmarktlage nennt das Institut mehrere Gründe. Immer mehr Abiturienten schrieben sich an Hochschulen ein, konkurrierten in Universitätsstädten mit Senioren, Berufseinsteigern und Pendlern, die ebenfalls kleine Wohnungen suchten. Und die Städte bauten längst nicht genug studententaugliche Wohnungen, heißt es.

In der Tat bieten in Frankfurt das Studentenwerk und einige andere Träger zwar zusammen 4400 geförderte Zimmer in Wohnheimen an. Samt Nebenkosten kosten diese im Schnitt 290 Euro im Monat, decken aber die Nachfrage bei weitem nicht. Rechnerisch steht aber nur für sieben Prozent der Studierenden in der Region ein Platz zur Verfügung.

In diese Versorgungslücke drängen Investoren, die seit einigen Jahren in größerem Stil private Apartmenthäuser bauen, die sich nur oder auch an Studierende richten. Doch was diese anbieten, ist in der Regel alles andere als günstig. Im Wohnheim „The Flag“ an der Adickesallee etwa ist ein teilmöbliertes 23 Quadratmeter großes Apartment mit Küchenzeile und Duschbad ab 630 Euro im Monat zu haben. Im „Bed and Brains“ im Mertonviertel kosten die günstigsten 18 Quadratmeter großen, Apartments 535 Euro

Inzwischen versuchen Projektentwickler auch Privatinvestoren vom Kauf von Studentenapartments als Rendieobjekt zu begeistern. So will das Nürnberger Unternehmen Projekt Immobilien Anfang des Jahres mit dem Bau eines Apartmenthauses für Studenten beginnen, dessen 71 Einheiten es einzeln verkaufen will. Mit möblierten Mikro-Apartments könnten Vermieter im Schnitt monatliche Einnahmen von mindestens 25 Euro pro Quadratmeter erzielen, heißt es auf der Projekthomepage.

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