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Wohnungen in Frankfurt Ärger über Leerstand im Westend

Die Deutsche Wohnen vermietet derzeit mehr als 30 Wohnungen in der Carl-von-Weinberg-Siedlung nicht. Mieterschutzverein und Stadt kritisieren das.

Frankfurt
Wohnhäuser in Frankfurt. Foto: imago

Trotz des massiven Wohnungsmangels in Frankfurt lässt die Deutsche Wohnen inzwischen mehr als 30 Wohnungen in der zum Westend zählenden Carl-von-Weinberg-Siedlung leer stehen. Das hat Unternehmenssprecher Marko Rosteck jetzt auf Anfrage der Frankfurter Rundschau bestätigt. Damit ist der Leerstand in der 30er-Jahre-Siedlung nördlich der Miquelallee weiter gewachsen. Im August vergangenen Jahres hatte die börsennotierte Immobiliengesellschaft, der gut 160 000 Wohnungen und 2400 Gewerbeeinheiten gehören, noch von gut 20 Wohnungen, die leer stehen, gesprochen.

Die Deutsche Wohnen begründet den Leerstand weiterhin mit Plänen für eine mögliche Nachverdichtung im Areal. Solange nicht klar sei, ob und wie diese erfolge, vermiete man die Wohnungen nicht neu, damit Mieter nicht womöglich auf einer Baustelle leben müssten, sagt Rosteck. Weder ein Abriss noch ein Verkauf von Wohnungen sei geplant, versichert er. Ziel sei es, die Zahl der Wohnungen zu erhöhen und nicht zu verringern.

Nicht nur bei Anwohnern stößt der Leerstand unweit des Campus Westend der Goethe-Universität auf Unverständnis und Kritik. „Jeder Leerstand ist bei einem so angespannten Wohnungsmarkt ein Unding“, sagt Rolf Janßen, Geschäftsführer des DMB-Mieterschutzvereins Frankfurt, im Gespräch mit der FR.

Zwischennutzung möglich

Auch die Argumentation der Deutsche Wohnen erscheine ihm wenig stichhaltig. Schließlich sei es völlig unüblich, wegen einer geplanten Nachverdichtung Wohnungen leerstehen zu lassen. Kein einziger Mieter werde etwa seine Wohnung verlassen müssen, wenn die städtische Wohnungsgesellschaft ABG Frankfurt Holding beginnt, die Platensiedlung aufzustocken. Dass ein Unternehmen wie die Deutsche Wohnen Wohnungen so lange und für eine nicht näher bestimmte Zeit leerstehen lasse, hat für ihn ein Geschmäckle. Auch Mark Gellert, Sprecher von Planungsdezernent Mike Josef (SPD), nennt es ärgerlich, dass das Unternehmen trotz des großen Wohnungsmangels Wohnraum ungenutzt lässt. Wohnungen leerstehen zu lassen, weil man noch nicht weiß, ob man die Siedlung nachverdichten will, sei die schlechteste Lösung. Besser sei es etwa, den Wohnraum wenigstens zwischenzunutzen, wie das die Nassauische Heimstätte nun in Westhausen mache. Diese vermietet dort Wohnungen in Häusern, die sie verkaufen will, übergangsweise an Studierende.

Rechtlich vorgehen könne man gegen den Leerstand von Wohnungen nicht, sagt Gellert. Schließlich gebe es in Hessen kein Zweckentfremdungsverbot mehr.

Wie viele Wohnungen in Frankfurt leerstehen, weiß niemand. Der Magistrat sieht, wie er vor einem Jahr auf eine Anfrage mitteilte, die Stadtverwaltung schon aus Kostengründen nicht in der Lage, den Nutzungszustand aller Wohnungen flächendeckend zu überprüfen. Er hat aber auch datenschutzrechtliche Bedenken.

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