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Wohnquartier „Four“ Eine der größten Baustellen Europas

Im Frankfurter Bankenviertel beiderseits der Junghofstraße wächst seit Frühjahr 2018 das neue Geschäfts- und Wohnquartier „Four“.

Baustelle
Knapper Platz, also großes Gedränge: Frankfurts größte Baustelle, wo das Projekt „Four“ mit vier Hochhäusern entsteht. Foto: Christoph Boeckheler

Der Strom der Automobile drängt sich durch eine schmale Schlucht, die von der Junghofstraße geblieben ist. Links stützt ein Gerüst allein noch die denkmalgeschützte Fassade eines alten Bürohauses, dahinter gähnt Leere. Rechts stehen nur noch die Treppenhäuser des früheren Bürogebäudes, ein wirres Geflecht von Eisenbändern ragt heraus. Das also ist eine der größten Baustellen Europas.

Zwischen Junghofstraße, Große Gallusstraße und Neue Schlesingergasse wächst seit Frühjahr 2018 das neue Geschäfts- und Wohnquartier „Four“. Auf engstem Raum sollen bis 2023 vier neue Hochhäuser einschließlich eines verbindenden mehrgeschossigen Sockelgebäudes entstehen.

„Der Abbruch von fünf alten Gebäuden und das Ausheben der Baugrube sind genehmigt“, sagt Mark Gellert, Sprecher von Frankfurts Planungsdezernent Mike Josef (SPD).

Tatsächlich sind die früheren Bauten bereits komplett verschwunden, der Blick geht über die leere Fläche bis zur Skyline dahinter. Nur die denkmalgeschützte Fassade des ehemaligen Bürohauses an der Junghofstraße ist stehengeblieben, einschließlich eines als historisch eingestuften Foyers des früheren Hauses Junghofstraße 11.

Bis zu 1000 Menschen sollen hier auf dem 16.200 Quadratmeter großen Grundstück von „Four“ mal wohnen, bis zu 4000 Personen am Ende hier im Frankfurter Bankenviertel arbeiten. Der Entwurf stammt vom Amsterdamer Architekturbüro UN Studio. Die Grundstücksentwicklungsgesellschaft Groß & Partner investiert etwa eine Milliarde Euro. Alle Anfragen der FR bei Groß & Partner bleiben unbeantwortet.

Es ist eine enorme Verdichtung auf relativ kleiner Fläche, die sich hier vollzieht. Im April 2019, so erwartet es das Planungsdezernat, werden die Bauanträge für die vier Türme eingereicht. Neben Büros sind etwa 650 Wohnungen geplant.

Groß & Partner hebt in einer schriftlichen Erklärung hervor, dass neuer, öffentlicher Raum in einem Teil der Innenstadt entstehe, der zuvor mehr als 45 Jahre lang nicht allgemein zugänglich gewesen sei. Tatsächlich standen an der Junghofstraße über Jahrzehnte Bürogebäude der Deutschen Bank, die in den vergangenen Jahren gar nicht mehr genutzt wurden. Die Bank verkaufte an Groß & Partner.

„Wir versprechen uns eine Belebung für das Bankenviertel“, so Josefs Sprecher Gellert. Von der Goethestraße her soll künftig eine „Lauflage“ bis zur Junghofstraße wachsen. Ein Dachgarten des Sockelbaus wird öffentlich zugänglich. Um die Menschen anzulocken, gibt es neben Hotels künftig Gastronomie und Einzelhandel, der in einer öffentlichen Mall konzentriert wird. Mietverträge sind bereits mit den Hotelkonzernen Hyatt und Kimpton abgeschlossen worden.

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