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Wohnprojekt in Frankfurt Solidarisch leben in Niederrad

In Niederrad entsteht das bisher größte gemeinschaftliche Wohnprojekt Frankfurts. Die Mieten liegen deutlich unter dem üblichen Niveau für Neubauten.

Niederrad
Auf einer Brachfläche an der Triftstraße in Niederrad sollen 51 Wohnungen entstehen. Foto: Peter Jülich

Auf einer Brachfläche an der Triftstraße in Niederrad haben am Donnerstag mit einem symbolischen Spatenstich die Arbeiten an einem fünfstöckigen Haus begonnen, das Platz für 51 Wohnungen und mehr als 100 Menschen bieten soll. Diese wollen gemeinschaftlich zusammenleben. Ziel sei eine ungezwungene Solidarität und Gemeinschaft, in der jeder so viel einbringt, wie er oder sie kann oder möchte, sagt Rudi Schätzlein, ein Mitglied der Frankfurter Genossenschaft Wohngeno. Sie stemmt das bisher größte gemeinschaftliche Wohnprojekt in Frankfurt in Eigenregie, investiert etwa 13 Millionen Euro. Das an der Straßenbahnhaltestelle Gerauer Straße gelegene Grundstück hat sie schon Mitte 2014 von der Stadt gepachtet. 

Die Menschen verschiedener Altersgruppen, Singles und Familien, die, wenn alles gut läuft, Anfang 2020 einziehen können, sollen Mieten zahlen, die deutlich unter dem üblichen Niveau für Neubauten liegen. Vorstandsmitglied Joachim Lölhöffel spricht von einer Monatsmiete unter zwölf Euro pro Quadratmeter. Ein Viertel der Wohnungen soll sozial gefördert entstehen. Davon wird es sich, wie Lölhöffel sagt, je zur Hälfte um eigentliche Sozialwohnungen mit Mieten von fünf und 6,50 Euro pro Quadratmeter und um Wohnungen des zweiten Förderwegs handeln, die je nach Einkommen für 8,50, 9,50 und 10,50 Euro pro Quadratmeter zu haben sein werden. Und auch die Mieter der freifinanzierten Wohnungen müssten nicht befürchten, dass die Mieten nun laufend stiegen, sagte Lölhöffel.

Die Genossenschaft für gemeinschaftliches Wohnen, die bereits ein kleines Projekt am Riedberg realisierte, will in Niederrad mehr als – zumindest im Vergleich – günstige Wohnungen und Gemeinschaftsflächen für die Bewohner bauen. Ins Erdgeschoss soll ein sozial ausgerichtetes Café ziehen. Eine Atelierwerkstatt ist geplant. Das Haus soll ein Begegnungsort für die Niederräder sein. Die Bewohner wollen, wie Lölhöffel sagte, aktiv am Niederräder Stadtteilleben teilnehmen. 

Planungs- und Wohnungsdezernent Mike Josef (SPD) lobte das Projekt beim Spatenstich als Beitrag zur sozialen Stadtentwicklung. Er werde dafür kämpfen, gemeinschaftliche Wohngruppen in der Stadt zu etablieren, versprach er. Diesen gelinge es, die Mieten dauerhaft stabil zu halten. „Wer über bezahlbaren Wohnraum redet, kommt nicht daran vorbei, gemeinschaftliche und genossenschaftliche Wohngruppen in die Stadtentwicklung einzubinden.“

Josef erinnerte auch an die Schwierigkeiten, die dazu geführt hätten, dass das Projekt erst jetzt in den Bau geht. „Es ist gut, dass Sie drangeblieben sind“, lobte er die Bauherren.
Ortsvorsteher Christian Becker (CDU) versprach dem Projekt weitere Unterstützung. Er zeigte sich froh, dass das lange brachliegende Grundstück nun bald sinnvoll genutzt werde. 

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