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Wohnen in Frankfurt Probleme am Henninger Turm

Die Eröffnung von Aussichtsplattform und Restaurant des Henninger-Hochhauses im Frankfurter Stadtteil Sachsenhausen verzögert sich um ein Jahr. Grund ist der markante Fassaufbau.

Henningerturm in Sachsenhausen
Das Gebäude sieht zwar fertig aus, ist es aber nicht. Foto: Rolf Oeser

Es sollte zum Ausflugsziel für viele Menschen von nah und fern werden: Das neue Henninger Turm-Hochhaus am Hainer Weg im Frankfurter Stadtteil Sachsenhausen. Doch die Eröffnung der Aussichtsplattform und des Restaurants an der Spitze verzögert sich um ein Jahr. Frühestens am 1. September werden beide der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen. Diesen Termin nennt die Mook Group des Frankfurter Star-Gastronomen und geplanten Betreibers Christian Mook gegenüber der FR.

Ursprünglich wollte Mook das Restaurant „Franziska“, das nach seiner Großtante benannt werden soll, im Herbst 2017 eröffnen. Geplant war „progressive german vintage cuisine“ mit einer Showküche.

Noch über der Gastronomie im 38. und 39. Stockwerk sollte die öffentliche Aussichtsplattform in Betrieb gehen. Doch daraus wurde bisher nichts. Bei dem 140 Meter hohen Hochhaus am Hainer Weg „hakt es beim Fassaufbau“, sagt Frank Schuppel, der stellvertretende Leiter der städtischen Bauaufsicht.

Dieser Aufbau an der Spitze umfasst neben den öffentlichen Bereichen wie Aussichtsplattform und Restaurant auch die vier größten Wohnungen. Die sind je 350 Quadratmeter groß und sollten pro Loft 4,55 Millionen Euro kosten. Sie sind laut Bauaufsicht nicht fertiggestellt. Auch im Basement seien zwei von sieben Läden nicht bezugsfertig. Etliche der übrigen Wohnungen sind noch nicht bezogen.

Aus Sicht der Behörde ist das Gebäude, in dem insgesamt 207 Luxus-Eigentumswohnungen entstehen, deshalb nach wie vor Baustelle. „Es gibt keine Fertigstellungsmeldung des Bauherrn“, sagt Schuppel. Warum insbesondere an der Spitze des Hochhauses eine so große Verzögerung entstand, kann die Bauaufsicht nicht nachvollziehen.

Bauherr ist die eigens gegründete Actris Henninger Turm GmbH mit Hauptsitz in Mannheim, hinter ihr steht als Investor der Milliardär Daniel Hopp. Doch beim Bauherrn eine Auskunft zu bekommen, ist schwierig. Der langjährige Bauleiter des Projekts, Jörg Janson, ist in Urlaub. Beim Frankfurter Architekturbüro Meixner Schlüter Wendt, das für den Entwurf des Hochhauses verantwortlich zeichnet, wird bestätigt: „Der Innenausbau zieht sich in die Länge“.

Das kann mit den besonderen Wünschen der Käufer der Luxus-Eigentumswohnungen zusammenhängen. In der Werbung heißt es: „Die Wohnwelten lassen sich ganz nach eigenen Vorstellungen realisieren.“ Im Angebot sind Vollholzparkett aus Eiche natur, aber auch Naturstein Jura hell oder Schiefer dunkel für die Böden. Die Haupträume bieten Höhen von bis zu 2,93 Meter und Lüftungsanlagen. Die Wohnungen sind zwei bis vier Zimmer groß, die kleinste Einheit zählt 58 Quadratmeter. Für die kleinste Wohnung lag der Preis bei 310 000 Euro. Mit erhöhtem Schallschutz reagiert der Bauherr auf die Flugzeuge, die in der Nähe des Wohnturmes den Flughafen ansteuern.

Der Käuferkreis der Wohnungen ist international. Insbesondere die Sicherheitstechnik innerhalb des Gebäudes ist komplex. Bei einem Turm dieser Höhe braucht es nach Angaben der Bauaufsicht zwei Sicherheitstreppenhäuser, die autonom von den jeweiligen Aufzügen benutzbar sind. Die Bauaufsicht hat nach den Worten Schuppels bereits mehrere „Rauchabnahmen“ vorgenommen. Das sind Tests, bei denen geprüft wird, ob in den Treppenhäusern der vorgeschriebene Überdruck herrscht. Diese Druckluft soll im Falle eines Brandes in dem Wohnturm Rauch und Flammen aus den Treppenhäusern fernhalten und den Menschen die Flucht nach unten ermöglichen.

Die Actris Henninger Turm GmbH investiert etwa 150 Millionen Euro in das Wohnhochhaus.

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