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Wohnen in Frankfurt Luxusturm „Onyx“ immer noch nicht fertig

Der Luxus-Wohnturm „Onyx“ im Frankfurter Westend ist vier Jahre nach Baubeginn immer noch nicht fertig. Jetzt wollen die Käufer der Luxuswohnungen die Bauarbeiten in Eigenregie abschließen.

Wohnen in Frankfurt
Die Fassade des Wohnturms „Onyx“ an der Oberlindau im Westend. Foto: Peter Juelich

Im Rückblick spricht Daniel Korn selbst von einer „bitteren Pille“. Vor knapp einem Jahr musste der heute 50-jährige Projektentwickler Insolvenz für ein spektakuläres Bauvorhaben anmelden: Den Luxus-Wohnturm „Onyx“ auf dem Grundstück Oberlindau 76-78. Das Projekt im Westend hatte zuvor lange Zeit Schlagzeilen gemacht: einmal wegen des heftigen Baulärms, dessentwegen die Arbeiten mehrfach von der Stadt stillgelegt worden waren. Zum zweiten, weil im „Onyx“ die damals teuersten Eigentumswohnungen der Stadt verkauft worden waren – für 14 000 Euro pro Quadratmeter.

Korn musste aufgeben, weil die Baukosten völlig aus dem Ruder gelaufen waren – aus geplanten 30 Millionen Euro waren 80 bis 90 Millionen Euro geworden. Auch die Bauzeit hatte sich erheblich verlängert: Ursprünglich sollte der Wohnturm 2015 fertiggestellt werden.

Mittlerweile haben nach Korns Darstellung die Käufer der knapp 40 Luxuswohnungen beschlossen, die Bauarbeiten in Eigenregie abzuschließen. „In enger Abstimmung mit dem Insolvenzverwalter und der finanzierenden Bank“ werde die Fertigstellung „auf Gemeinschaftskosten“ betrieben. Vom Insolvenzverwalter ist trotz mehrfacher Anfrage der FR keine Auskunft zu bekommen. Nach Korns Worten sind aber mittlerweile alle Eigentumswohnungen veräußert.

Auch mit einem Jahr Abstand kann der Projektentwickler nicht genau erklären, warum die Kosten seinerzeit so stark anstiegen. Die Bausubstanz, ein ehemaliges Bürohochhaus aus den 70er Jahren, habe „ihre Macken gehabt“. Auch die immer neuen Stilllegungen der Baustelle und die Verzögerungen hätten die Ausgaben in die Höhe getrieben. Schließlich habe man den reichen Käufern der Luxuswohnungen „Zugeständnisse“ bei der Sonderausstattung machen müssen.

Heute ist Korn, der damals viel Geld verlor, „der Appetit auf weitere Projektentwicklung vorläufig vergangen.“ Er beschränkt sich auf die Verwaltung von Immobilien. Bei der Stadt ist vier Jahre nach dem Baubeginn noch immer nicht die Fertigstellung gemeldet worden, sagt Mark Gellert, Sprecher von Planungsdezernent Mike Josef (SPD). Kommunalpolitiker sehen das Luxus-Wohnhochhaus kritisch. Axel Kaufmann (CDU), Vorsteher des Ortsbezirks 2 (Bockenheim, Kuhwald, Westend), nimmt das Gebäude immer wieder in Augenschein. Es wirkt auf ihn „sehr leer“.

Kaufmann hat versucht, durch eine Postwurfsendung, die er eigenhändig in die Briefkästen warf, mit möglichen Bewohnern des „Onyx“ in Kontakt zu treten. In dem Schreiben fragte er, ob der Ortsbeirat 2 „Ihnen in irgendeiner Form behilflich sein kann“. Der CDU-Politiker: „Es gab nie eine Antwort.“ Er will jetzt einen neuen Versuch unternehmen. Arno Völker, für die Grünen im Ortsbeirat 2, sagt zum „Onyx“ schlicht: „Auf dem freien Wohnungsmarkt ist Wildwest.“ Nach seiner Einschätzung ist „nur die Hälfte der Wohnungen belegt“. Er fordert, dass die Stadt mehr Grundstücke erwirbt, um Fehlentwicklungen wie das „Onyx“ zu verhindern.

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