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Wohnen in Frankfurt Katalog von Forderungen zum neuen Stadtteil

Der Ortsbeirat 7 fordert, bestehende Stadtteile in Frankfurt zu schützen und das neue Quartier im Nordwesten nachhaltig zu planen.

Frankfurt
Hier soll der neue Stadtteil entstehen. Foto: Monika Müller

Der Ortsbeirat 7 hat am Dienstagabend mehrheitlich einen umfangreichen Forderungskatalog verabschiedet, den die Stadt im Zuge der weiteren Planung für einen neuen Stadtteil im Frankfurter Nordwesten berücksichtigen soll.

Leitlinien des gemeinsamen Antrags von SPD, FDP und Bündnis 90/Die Grünen sind, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, bestehende Stadtteile zu schützen und das neue Quartier nachhaltig zu planen. SPD, Grüne, FDP und der fraktionslose André Leitzbach stimmten dafür. Farbechte/Die Linke, BFF und Republikaner lehnten den Antrag ab. 

Die CDU-Fraktion nahm an der Abstimmung nicht teil. „Der Stadtteil ist längst beschlossene Sache. Es geht ja gar nicht mehr um das Ob, sondern nur noch um das Wie“, sagte Christdemokrat Thomas Rätzke. Frankfurt könne den prognostizierten Zuzug von jährlich mehreren 10 000 Menschen nicht länger verkraften. Ein neuer Stadtteil für 30 000 Bewohner „sei ruckzuck in zwei bis drei Jahren zu. Und dann?“, so Rätzke: „Wir müssen mit dem Umland zusammenarbeiten, dort Arbeitsplätze schaffen und Wohnungen bauen.“

Zum Erhalt der Lebensqualität in den umliegenden Stadtteilen fordert das Gremium einen effektiven Lärmschutz an der A5 und regt an, eine Lärmschutzbebauung wie an der A66 nach neuesten Erkenntnissen zu prüfen. In Unterliederbach, Höhe Ausfahrt Höchst/Main-Taunus-Zentrum, ist die „Papageiensiedlung“ in die Lärmschutzwand integriert.

Funktionale Räume wie Küche und Bad sind auf der Seite zur Autobahn untergebracht, Schlaf-, Wohn- und Kinderzimmer auf der zum Stadtteil zugewandten Seite. „Das ist menschenverachtend. Die Bewohner können dort nicht ihre Fenster öffnen, leben mit dem Lärm und den Emissionen“, kritisierte Barbara David-Wehe (Farbechte/Die Linke).

Dem widersprach SPD-Fraktionschef Hans-Jürgen Sasse: „Ich habe mit einigen Bewohnern gesprochen, die mit der Wohnqualität sehr zufrieden sind. Viel schlimmer ist die Situation für Menschen, die am Westring in Westhausen leben – ohne Lärmschutz, an der A66.“ Sebastian Papke (FDP) betonte: „Die stark befahrene A5 bekommen wir nicht weg. Daher müssen wir dafür sorgen, dass als Erstes ein Lärmschutzwall an der Autobahn gebaut wird.“ 

Der Verkehr, so das Gremium, soll so geleitet werden, dass er die übrigen Stadtteile nicht belastet. Daher müsse als Erstes die Ortsumfahrung Praunheim gebaut werden. Die Freiluftschneisen dürfen wegen der Taunuswinde nicht komplett zugebaut werden. Weitere Vorschläge: die Regionaltangente bis zum Nordwestzentrum weiterführen, eine zusätzliche S-Bahn-Haltestelle, direkte Buslinien nach Eschborn und Steinbach, eine zusätzliche Anschlussstelle an der A66 oder A648, um die Westerbachstraße zu entlasten. 

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