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Wohnen in Frankfurt Immobilienpreise in Frankfurt steigen weiter

Immer mehr asiatische Anleger erwerben in Frankfurt Wohnungen. Und das treibt die Immobilienpreise weiter hoch. Weil immer mehr Käufer und Mieter nach Offenbach ausweichen, wird es auch dort teurer.

Wohnen im Gallus
Im Gallus wird seit Jahren heftig gebaut. Die Preise und Mieten im Viertel steigen ebenso kräftig. Foto: Christoph Boeckheler

Die Preise für Wohnungen oder Häuser haben sich nach Zahlen des Frankfurter Immobilien- und Beratungsunternehmens Immoconcept in den vergangenen zehn Jahren in mehr als der Hälfte der Frankfurter Stadtteile mindestens verdoppelt. In der Altstadt und dem Gutleutviertel sind sie sogar um 180 Prozent gestiegen. Und noch spricht nach Einschätzung des Unternehmens nichts dafür, dass sich dieser Trend umkehren könnte.

„Die Rallye ist noch nicht vorbei“, sagte Geschäftsführer Bernd Lorenz am Mittwochmorgen bei der Vorstellung der Wohnungsmarktstudie. Der Preisanstieg habe aber zuletzt etwas an Geschwindigkeit verloren.

Auf der Suche nach Anlagemöglichkeiten geraten nach Beobachtung von Immoconcept immer stärker Stadtteile außerhalb des weitgehend abgegrasten Zentrums in den Fokus. „Aufholpotenzial“ sieht das Unternehmen etwa noch in Ginnheim und in Höchst, wo die Preise zuletzt bereits deutlich angezogen haben. Schon in den vergangenen Jahren haben sich Wohnungen bereits besonders in den früheren Arbeiterstadtteilen Ostend und Gallus sowie dem Bahnhofsviertel überproportional verteuert,

Die sehr hohen Preise in Frankfurt führten zudem dazu, dass Käufer zunehmend in Offenbach suchten und nun auch dort die Preise und Mieten deutlich anzögen, hieß es. Noch lägen die Durchschnittspreise und -mieten in der kräftig wachsenden Nachbarstadt sogar unter denen im noch günstigsten Frankfurter Stadtteil Nieder-Eschbach. Doch das werde sich ändern. Immoconcept rechnet damit, dass sich die Offenbacher Preise und Mieten nach und nach denen in Frankfurt annähern.

Getrieben werden die Preise in Frankfurt nach Einschätzung von Lorenz unter anderem von einer stark gestiegenen Nachfrage von Privatanlegern aus dem Ausland, besonders aus dem asiatischen Raum. Bei 70 bis 80 Prozent der Wohnungskäufer in den Wohntürmen, die gerade im Europaviertel in den Himmel wachsen, handele es sich um diese Gruppe. Ähnlich sei es bei einem eigenen kleinen Projekt in Bockenheim gewesen. Inzwischen biete man Kaufverträge nicht mehr nur in Deutsch und Englisch, sondern auch in Mandarin an, sagte Lorenz.

Obwohl die meisten Wohnungen in den gerade entstehenden und geplanten Wohntürmen im Frankfurter Zentrum für Preise über 10 000 Euro angeboten werden, gelingt es den Entwicklern nach Beobachtung von Immoconcept, diese sehr früh zu verkaufen. Im internationalen Vergleich erschienen selbst diese Preise noch als eher günstig, hieß es zur Erklärung.

Dabei steigen die Preise seit Jahren deutlich stärker als die Mieten. Käufer geben sich, wie Christian Reissig von Immoconcept folgerte, also im Vergleich zu früheren Jahren mit sehr niedrigen Renditen zufrieden.

Eine große Rolle für das weiter steigende Preisniveau spielen laut Lorenz auch die stark steigenden Bodenpreise in Frankfurt. Wenn diese bei 3000 bis 4000 pro Quadratmeter lägen, könne kein günstiger Wohnraum entstehen, sagte er. Lorenz riet, unbebaute Grundstücke überproportional zu besteuern, damit diese nicht liegen bleiben, sondern rasch auf den Markt gelangen und bebaut werden.

Die Pläne zur Verschärfung der Mietpreisbremse nannte der Immoconcept-Chef „auf den ersten Blick vernünftig“, warnte aber zugleich davor, das Mietrecht noch weiter zu verkomplizieren. Viele Regelungen seien für normale Mieter kaum noch zu durchschauen.

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