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Wohnen in Frankfurt ABG erzielt hohen Überschuss

Die Linke in Frankfurt fordert niedrigere Mieten bei der städtischen Wohnungsgesellschaft ABG Frankfurt Holding. ABG-Chef Frank Junker verweist auf den Investionsbedarf.

ABG Holding in Frankfurt
ABG-Chef Frank Junker. Foto: peter-juelich.com

Der städtische Wohnungs- und Immobilienkonzern ABG Frankfurt Holding hat im vergangenen Jahr einen Überschuss von 94,3 Millionen Euro erwirtschaftet. Das ist ein Plus von 16,7 Millionen Euro im Vergleich zum Jahr 2016. ABG-Geschäftsführer Frank Junker weist im Gespräch mit der Frankfurter Rundschau allerdings daraufhin, dass das Ergebnis durch einen steuerlichen Einmaleffekt in Höhe von 29,7 Millionen Euro verzerrt sei. Das operative Ergebnis liege auf dem Niveau der vergangenen Jahre. 

Die ABG hat im vergangenen Jahr ihren Wohnungsbestand weiter vergrößert. Ende 2017 gehörten ihr nach Zahlen des Geschäftsberichts 51 616 Wohnungen, 160 mehr als ein Jahr zuvor. Zwar wies die ABG für 2013 noch lediglich 50 269 Wohnungen aus. Der Wohnungsbestand wächst – auch wegen Abrissen – allerdings deutlich langsamer, als dies die Ankündigungen der ABG zu Fertigstellungszahlen vermuten lassen könnten. 

Der Konzern, dem außer Wohnungen 33 098 Parkplätze und 930 Gewerbeobjekte gehören, hat im vergangenen Jahr laut Geschäftsbericht 225,2 Millionen Euro investiert. Das ist deutlich mehr als in den Vorjahren. In die Instandhaltung der Immobilien flossen 118,3 Millionen Euro, gut eine Million mehr als im Jahr zuvor. 

Die Linke im Römer nimmt den Geschäftsbericht zum Anlass für scharfe Kritik an der städtischen Wohnungsgesellschaft. Die ABG erwirtschafte weiter Gewinne und erhöhe zudem ihre riesigen Rücklagen weiter, sagt Eyup Yilmaz, der wohnungspolitische Sprecher der Fraktion. „Doch davon, dass die Gewinne für den Bau und die Finanzierung bezahlbarer Wohnungen einsetzt werden, hört man wenig.“ Yilmaz hält es zudem für möglich, dass die ABG die Mieten senkt, „um ihrem sozialen Versorgungsauftrag gerecht zu werden“. 

Junker bezeichnet die Kritik der Linken-Fraktion als Unverschämtheit. Wenn die ABG keinen Gewinn erwirtschafte, könne sie nicht, wie geplant, 10 000 Wohnungen mit einer Förderquote von 40 Prozent errichten, sagt er. Der Überschuss, der zum größten Teil aus der Bewirtschaftung von Parkhäusern und der Vermietung von Gewerbeimmobilien stamme, werde vollständig reinvestiert in Neubau und Sanierung, betont er. 

Die Deckelung der Mietanstiege auf fünf Prozent in fünf Jahren sei von der ABG gerade so zu schaffen. Eine Senkung von Mieten aber wäre wirtschaftlich nicht zu stemmen, ja der Tod der ABG, sagt Junker. 

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