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Wohnen in Frankfurt 50er-Jahre-Gebäude wird Aktivhaus Plus

Zwei Häuserzeilen der ABG erzeugen nun mehr Energie als sie verbrauchen. Das Projekt soll keine Eintagsfliege bleiben.

Die städtische Wohnungsgesellschaft ABG hat in einem Modellprojekt erstmals Bestandsgebäude so saniert und modernisiert, dass diese den höchsten Energiestandard „Effizienzhaus Plus“ erreichen. Die beiden Häuserzeilen aus den 1950er Jahren an der Nebeniusstraße im Stadtteil Riederwald, in die die ABG zusammen etwa 9,5 Millionen Euro steckte, erzeugen nun mehr Energie als sie verbrauchen, kommen komplett ohne Öl oder Gas aus. Das gelingt mit Erdwärme und Sonnenkraft. Sieben Erdsonden wurden 99 Meter tief in den Boden getrieben, die Dächer mit Photovoltaikanlagen bestückt. Erstmals hat die ABG zudem bei einer Fassade organische Photovoltaikmodule in das Wärmeverbundsystem integriert.

ABG-Chef Frank Junker sieht die Wohnungsgesellschaft beim Thema Energieeffizienz in einer Vorreiterrolle. Mehr als 3500 Wohnungen habe sie bereits im Passivhausstand errichtet und an der Speicherstraße im Gutleut ein bundesweit beachtetes Aktivhaus Plus errichtet. Nun erreiche die ABG diesen Standard auch durch den Umbau einer Bestandsimmobilie. Ihm sei kein Wohnungsunternehmen bekannt, dem dies schon gelungen sei, sagte Junker am Donnerstag in der Siedlung.

Das Projekt im Riederwald werde keine Eintagsfliege sein, versprach Junker. Es sei geplant, auch andere Gebäude auf ähnliche Weise energetisch zu modernisieren. Den Energiestandard Effizienzhaus Plus strebe die ABG zudem auch in Neubauten an, die am Hilgenfeld und im sogenannten Innovationsquartier entstehen sollen.

Auch Erweiterung erfolgte

Eine der beiden Häuserzeilen hat die ABG mit Hilfe der Büros HHS Architekten und Energydesign nicht nur energetisch auf den höchsten Stand gebracht, sondern auch erheblich erweitert. Anbauten wurden errichtet, Dachböden ausgebaut. Acht zusätzliche Wohnungen sind auf diese Weise entstanden. Aus den mehrheitlich sehr kleinen Wohnungen sind nun bis zu 110 Quadratmeter große Einheiten geworden, mit sehr großen Balkons und Terrassen. Die Mieter, die diese im September beziehen konnten, zahlen laut Junker zehn Euro pro Quadratmeter. Zuvor habe die Miete bei etwa 6,50 Euro pro Quadratmeter gelegen – allerdings ohne die damals noch beträchtlichen Energiekosten. Die Mieter der anderen Häuserzeile, die im Bestand modernisiert wurde, zahlten nun etwa 7,50 Euro pro Quadratmeter.

Umweltdezernentin Rosemarie Heilig (Grüne) lobte das Projekt im Riederwald gestern als sehr innovativ und wichtigen Beitrag, um die Klimaschutzziele zu erreichen. Die mit organischen Photovoltaikmodulen bestückte Fassade nannte sie gar eine „Revolution“. Heilig äußerte die Hoffnung, dass das Vorhaben der ABG Schule mache und auch andere Wohnungsbauunternehmen in die Energieeffizienz investierten.

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