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Umbau Einkaufszentrum im Hauptbahnhof

In der umgestalteten B-Ebene des Hauptbahnhofs sollen viele neue Geschäftsflächen entstehen. Auch ein Durchbruch zur S-Bahn ist geplant. Dass die Deutsche Bahn Geld in die Hand nimmt, um den Hauptbahnhof zu erneuern, freut die Stadtverordneten.

Der Durchbruch im Boden schafft mehr Platz für Läden und verkürzt die Wege. Foto: DB Systel GmbH

Der Frankfurter Hauptbahnhof soll zum Einkaufszentrum werden. Die geplante architektonische Neugestaltung des nach Fahrgastzahlen größten deutschen Bahnhofs, lehnt sich stark an den Leipziger Hauptbahnhof an. Die Deutsche Bahn will auf mehr als 1000 Quadratmetern neue Verkaufsflächen errichten.

Dass das Unternehmen Geld in die Hand nimmt, um den Hauptbahnhof zu erneuern, freut die Stadtverordneten. Die „Jahrhundertchance auf einen Qualitätssprung“ müsse genutzt werden, meint Verkehrsdezernent Stefan Majer (Grüne). Die Stadt gibt 27,5 Millionen Euro für das Projekt hinzu. Der Umbau von Anfang 2016 bis Anfang 2019 kostet insgesamt 134,5 Millionen Euro. Das Eisenbahnbundesamt muss die Pläne noch genehmigen.

Alle Fraktionen im Römer sind sich einig, dass am Hauptbahnhof etwas geschehen muss. Die B-Ebene, die zu den U-Bahnen führt, sei weitläufig und unübersichtlich. Sicher fühlten sich die Passanten dort nicht, es gebe tote Winkel, Drogensüchtige, Obdachlose.

Dass der Umbau auch wegen der hohen Zahl der Reisenden nötig ist, weiß Peter Wöste von der Deutschen Bahn. Laut jüngsten Zählungen nutzen durchschnittlich 450000 Fahrgäste pro Tag den Hauptbahnhof. Gerade auf dem Weg zur S-Bahn herrscht Gedränge. Die Bahn will den Weg von der S-Bahn zur U-Bahn nun attraktiver gestalten. (siehe Textline).

Um die B-Ebene unter die Haupthalle und den Querbahnsteig auszudehnen, bricht die Bahn alte, ungenutzte Keller auf. Die verlängerte B-Ebene bildet, wenn sie fertig ist, die Wege des Erdgeschosses nach. Ein Stockwerk unter Tage sollen zahlreiche Verkaufsflächen vergeben werden. Neue Geschäfte kommen auch in die großräumige B-Ebene unterhalb des Vorplatzes. Dort schrumpfen die Wege auf zehn Meter Breite. Im neuen Durchgang unterm Querbahnsteig sind es fünf Meter. Von „Angsträumen“ spricht Peter Gärtner (Linke). Dezernent Stefan Majer (Grüne) weißt darauf hin, dass die hellen Geschäfte an den Seiten transparente Scheiben haben werden. Von Angsträumen könne keine Rede sein.

Vorbauten von Geschäften verschwinden

In der Haupthalle und am westlichen Querbahnsteig sollen die vorgebauten Konstruktionen von Blumenladen, Buchhandlung und Burgerbude verschwinden. Der Blick auf die dahinter liegende, bisher verborgene Steinfassade soll frei werden. Die Wand will die Bahn denkmalgerecht aufhübschen. Beim Umbau fallen 250 Quadratmeter in der Empfangshalle und 510 Quadratmeter am Querbahnsteig weg. In der B-Ebene kommen dafür 1800 Quadratmeter hinzu.

Auf der Sitzung des Ortsbeirat 1, auf der Wöste die Planungen am Dienstagabend vorstellte, kritisierten Bürger, dass der Bahnhof gemäß den Planungen zu einer „Hochglanz-Shopping-Welt“ verkomme. Auch solle die Bahn erwägen, ob sie an der Münchener Straße nicht einen oberirdischen Zugang zum Bahnhof schaffe. Dies sehen die Pläne bisher nicht vor.

Für den Fernbusbahnhof an der Südseite ist hingegen noch keine Lösung in Sicht. Vor kurzem hatte die Stadt Hinweisschilder aufgestellt. Die Stadt weigert sich aber, weitere Infrastruktur zu errichten. Sie verweist darauf, dass Fernverkehr Sache des Bundes sei. Die Anbieter hätten den Vorschlag ausgeschlagen, selbst für Toiletten und Wartehäuschen aufzukommen.

Aktualisierung: Liebe FR-Leser, danke für die Kommentare! Es gibt tatsächlich einen direkten Zugang von dem U-Bahn- zum S-Bahnsteig, den wir nicht verschweigen wollen. Dieser ist verwinkelt, oft verdreckt und unkomfortabel. Die allermeisten Fahrgäste nutzen ihn nicht, sondern nehmen stattdessen den langen, umständlichen Weg über die Reisehalle und die B-Ebene. Der Umbau der Bahn sieht vor, die B-Ebene zu erweitern und den Weg attraktiver zu machen.

Diese Sätze haben wir gestrichen. "Für Reisende führt keine direkte Verbindung aus der B-Ebene zur S-Bahn. Sie müssen erst umständlich auf den Querbahnsteig, dann wieder hinunter zur S-Bahn. Das will die Bahn nun ändern (siehe Kasten)."

Stattdessen steht nun im Text: "Die Bahn will den Weg von der S-Bahn zur U-Bahn attraktiver gestalten. (siehe Textline)" (Milan Jaeger und Florian Leclerc)

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