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Tech Quartier Fintech-Zentrum vor dem Start

Das Tech Quartier soll Finanzplatz und Wissenschaft zusammenbringen. Doch nicht nur die geplante Öffnung dieses Zentrums zeigt, dass die Entwicklung Frankfurts als Fintech-Standort an Fahrt gewinnt.

Das als zentrale Anlauf- und Koordinierungsstelle für die Branche konzipierte Frankfurter Fintech-Zentrum steht vor dem Start. Obwohl es in den Räumen im Hochhaus Pollux an der Messe noch einiges zu tun gibt, rechnete Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) am Montag bei einer Baustellenbesichtigung damit, dass das „Tech Quartier“ getaufte Zentrum im Oktober die Arbeit aufnimmt. Die WI-Bank als Förderbank des Landes Hessen und die Frankfurter Goethe-Universität haben bereits eine Betreibergesellschaft gegründet. Die Stadt Frankfurt will dieser noch beitreten. Die Geschäfte wird Sebastian Schäfer führen, der seit 2012 das Gründerzentrum „Unibator“ der Goethe-Universität leitet.

Das Tech Quartier soll Finanzplatz und Wissenschaft zusammenbringen. Zum einen entstehen in einem ersten Schritt 114 Arbeitsplätze, die Start-ups, aber auch etablierte Unternehmen der Branche nutzen können. Einziehen will etwa das Start-up Ginmon, das automatisierte Strategien für die Geldanlage bietet.

Eine räumliche Erweiterung ist, wie Schäfer betonte, im Pollux ohne Probleme möglich. Das Zentrum soll sich zudem als Standort für Events und Konferenzen der Branche etablieren. Seminare und Workshops sind geplant. Junge Unternehmen sollen Beratung erhalten und Möglichkeiten zu Produkttests erhalten. „Es soll eine offene Kultur des gemeinsamen Netzwerkens und Entwickelns geben.“ Finanzieren soll sich der Hub möglichst allein aus Mieterträgen und der Hilfe von Sponsoren.

Nicht nur die geplante Öffnung dieses Zentrums zeigt, dass die Entwicklung Frankfurts als Fintech-Standort an Fahrt gewinnt. Die ING-Diba kündigte am Montag nicht nur an, den Fintech Hub als Sponsor zu unterstützen. Sie will von November an auch eigene Mitarbeiter im Pollux ansiedeln. Dazu hat sie nach eigenen Angaben – über zwei Stockwerke verteilt – insgesamt 1400 Quadratmeter Projektfläche im Hochhaus angemietet.

Manfred Schubert-Zsilavecz, Vizepräsident der Goethe-Uni, kündigte im Pollux an, dass die Uni zum Wintersemester 2017/2018 erstmals einen berufsbegleitenden Master-Studiengang „Digitalisierung“ anbieten wolle. Die Frankfurt School of Finance und die am Westhafen ansässige Fintech Group haben zu diesem Wintersemester einen Bachelor-Studiengang mit Spezialisierung auf Fintechs geschaffen.

Für die Gründung eines Fintech-Zentrums in Frankfurt hatte sich besonders das hessische Wirtschaftsministerium starkgemacht. Schon im vergangenen Herbst gab Al-Wazir das Ziel aus, Frankfurt zum Zentrum der wachsenden Finanztechnologie-Branche in Deutschland zu machen. Im Januar präsentierten dann neun mögliche Betreiber auf dessen Einladung Konzepte für ein Fintech-Hub.

Al-Wazir stellte am Montag heraus, wie günstig die Voraussetzungen in Frankfurt für die Ansiedlung von Unternehmen aus dem Bereich Finanztechnologie sind – auch im Vergleich zu Berlin. Er wies etwa auf die nach dem Brexit noch steigende Bedeutung des Finanzplatzes hin, auf die sehr gute IT-Infrastruktur und die bereits in der Region vertretenen Unternehmen aus dem Bereich. In Frankfurt gebe es, anders als in der Hauptstadt, zudem auch Kunden. „Wir sind nicht arm hier. Jetzt müssen wir nur noch sexy werden“, sagte Al-Wazir am Morgen bei der Fintech Group.

Auch die Stadt Frankfurt setzt mit ihrer Wirtschaftsförderung sehr stark auf die Ansiedlung innovativer Unternehmen aus diesem Bereich. Wirtschaftsdezernent Markus Frank (CDU) wies gestern darauf hin, dass das Thema Digitalisierung nicht nur für die Finanzbranche, sondern auch etwa für die Industrie ein riesiges Feld sei.

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