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Sudfass-Areal im Ostend Boardinghaus statt Bordell

30 Eigentumswohnungen und 60 möblierte Appartements sollen am Standort des Amüsierbetriebs Sudfass entstehen: Zum Bebauungsplan fürs Sudfass-Areal wird der Architekturentwurf gleich mitgeliefert.

Stefan Forster hat neben der Flößerbrücke zwei Blocks entworfen, einen dunklen (vorne) und einen hellen (links daneben).

30 Eigentumswohnungen und 60 möblierte Appartements sollen am Standort des Amüsierbetriebs Sudfass entstehen: Zum Bebauungsplan fürs Sudfass-Areal wird der Architekturentwurf gleich mitgeliefert.

Es geht Schlag auf Schlag mit den Neubauten. Im Eiltempo, in einem sogenannten Umlaufverfahren, hat das Planungsdezernat dafür gesorgt, dass der Magistrat kurz vor Weihnachten den Beschluss für einen Bebauungsplan für das heutige „Sudfass“-Grundstück am Mainufer verabschiedet hat. Umlaufverfahren bedeutet, dass die Stadtregierung das Vorhaben nicht diskutiert, die Unterlagen nur an die Stadträte verschickt werden. Verabschiedet sind sie, wenn innerhalb einer bestimmter Frist keine Einsprüche kommen, erläutert Dezernatssprecher Mark Gellert.

Was da am Montag auf den Weg gebracht wurde, ist der Aufstellungsbeschluss zum Bebauungsplan für die Adressen Oskar-von Miller-Straße 6 bis 14, direkt an der Nordseite der Flößerbrücke gelegen. Am Standort des Amüsierbetriebs Sudfass sollen in zwei Baukörpern neben 30 Eigentumswohnungen 60 möblierte Appartements „im Sinne eines Boardinghouses“ entstehen, veröffentlicht das städtische Presseamt. Für einen derartigen „Beherbergungsbetrieb“ hatte die Europäische Zentralbank (EZB) vor dem bevorstehenden Zuzug von 1000 weiteren Beschäftigten gerade Bedarf angemeldet. Der neue, fast fertige Doppelturm der Eurobanker im Ostend liegt nur wenige Schritte entfernt.

Die Blocks hat der Architekt Stefan Forster entworfen. Der Frankfurter ist „im Vorgriff auf das Bebauungsplanverfahren“, also bevor Bürger mitsprechen konnten, aus einem Gutachterverfahren „zur Architekturfindung“ als Sieger hervorgegangen. Trotzdem sei „das Ergebnis prinzipiell offen“, meint Mark Gellert. Kritik an dem mächtigen zehngeschossigen Hochhaus neben der Brückenauffahrt war bereits zu hören. Laut Forsters Beschreibung orientiert sich die Architektur im Maßstab „an der benachbarten Baustruktur“. Den Kritikern erscheint die Fassade des geplanten Eckgebäudes zu dunkel; an der Kurve zur Wallanlage gegenüber steht bereits ein finster wirkender Riegel. „Wahrscheinlich wird der Stein etwas heller“, mutmaßt Sprecher Gellert.

Die Runde durch die Gremien beginnt ja erst. Laut Stadtrat und Bürgermeister Olaf Cunitz (Grüne) soll „die herausgehobene Lage am Mainufer berücksichtigt werden“. Der Bebauungsplan dient dazu, eine Umnutzung der bisher ausschließlich gewerblich genutzten Grundstücke zum Wohnen zu ermöglichen – für Cunitz eine lobenswerte Konversion. So gelinge es, „ohne neuen Flächenverbrauch auf einem innerstädtischen Grundstück zusätzlichen Wohnraum zu schaffen“. Für die Grundstücke war längere Zeit ein Neubau des Museums der Weltkulturen im Gespräch.

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