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Studierende in Frankfurt Vermieter zocken Studenten in Frankfurt ab

Wohnungsbesitzer in Frankfurt nutzen nach Angaben des Mieterschutzvereins immer öfter die Not von Studierenden aus. In einem Fall zahlte ein Student mehr als 38 Euro pro Quadratmeter.

Studierende in Frankfurt
Um die Mietpreisbremse zu umgehen, werden in Frankfurt viele Wohnungen nur noch möbliert vermietet. Foto: Andreas Arnold

Vermieter nutzen nach Beobachtungen des Frankfurter DMB-Mieterschutzvereins immer häufiger die Not von Studierenden auf der Suche nach einer Bleibe aus und verlangen von diesen extrem hohe Mieten. Geschäftsführer Rolf Janßen sieht in einigen Fällen die Grenze zum Mietwucher als überschritten an.

Er berichtet etwa von einem Fall, in dem für ein kleines möbliertes Zimmer eine Miete von mehr als 38 Euro pro Quadratmeter genommen wird. 

Andere Eigentümer böten Zimmer an, die die Bewohner mit anderen Mietern teilen müssten, vermieteten also faktisch einzelne Betten. Auf Online-Portalen würden WG-Zimmer offeriert, für die die Mieter zunächst eine Reservierungsgebühr zahlen sollen und später dann Reinigungskosten tragen. 

Viele Mieter seien froh, dass sie überhaupt ein Dach über dem Kopf in Frankfurt gefunden haben und wehrten sich deshalb gegen solche Machenschaften nicht, beobachtet Janßen. Viele Vermieter nutzten zudem gezielt die rechtliche Unerfahrenheit junger Leute aus, insbesondere von Studierenden, die aus dem Ausland zugezogen sind. 

Mietverträge prüfen lassen

Janßen rät Mietern, die hohe Mieten für möblierte Zimmer oder auch noch Zusatzkosten für Zimmerreservierungen und ähnliches zahlen, ihre Mietverträge unbedingt überprüfen zu lassen. Schließlich lägen in vielen Fällen Mietwucher vor oder ein anderer Verstoß gegen gesetzliche Vorschriften. 

Hintergrund ist, dass es für Studierende auf dem Frankfurter Wohnungsmarkt immer schwieriger wird, eine halbwegs bezahlbare Unterkunft zu finden. Wohnheimzimmer gibt es viel zu wenige. Rechnerisch gibt es nur für jeden siebten Studierenden eines. Das ist auch im deutschlandweiten Vergleich ein miserabler Wert.

1950 Menschen stehen derzeit auf der Warteliste des Studentenwerks für einen der raren Plätze. Anbieter privater Apartmenthäuser, die seit einigen Jahren in großem Umfang entstehen, buhlen zwar um Studierende, bieten die möblierten Kleinstwohnungen aber zu Mieten an, die sich die meisten von diesen nicht leisten können. Und auch WG-Zimmer sind in Frankfurt sehr teuer. 

Dass nicht nur in Frankfurt immer mehr Wohnungen und Apartments bereits möbliert angeboten werden, hält Janßen nicht zuletzt für den Versuch einiger Vermieter, die in Frankfurt geltende Mietpreisbremse zu umgehen. 

Die Regelung, die übermäßige Mieterhöhungen bei Neuvermietungen verhindern soll, gilt zwar prinzipiell auch für möblierte Wohnungen. Doch für den Mieter sei es schon wegen der Frage, wie das vorhandene Mobiliar zu bewerten ist, noch schwerer als bei normalen Wohnungen zu beweisen, dass die Miethöhe nicht mehr als zehn Prozent über der Vergleichsmiete liege, sagt Janßen. 

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