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Stadtentwicklung in Frankfurt Wie soll Frankfurt 2030 aussehen?

Bürger planen mit, wie Frankfurt im Jahr 2030 aussehen kann. Ideen für ein besseres Frankfurt können Frankfurter auch am heutigen Samstag noch anbringen.

Frankfurt braucht mehr Wohnraum. Doch Bauvorhaben stoßen nicht überall auf ein positives Echo, wie dieses Beispiel im Nordend zeigt. Foto: Rolf Oeser

Bürgerdialog, das muss man sich so vorstellen: Im Zoo-Gesellschaftshaus liegen am Freitagabend Stadtkarten auf Tischen. Darin stecken Fähnchen, auf denen steht, was in Frankfurt alles im Argen liegt. „Der RMV ist viel zu teuer“. „Mehr bezahlbaren Wohnraum“. „Weniger Flüge“. „Weniger Autos“.
Um die sechs Tische, die thematisch geordnet sind (Wohnen/Verkehr/Landschaft/Kultur/Bildung/Bevölkerung), stehen Bürger, insgesamt 200, und diskutieren.

Hilde Hess von der Aktionsgemeinschaft Westend klagt, dass in Frankfurt nur noch Luxusbauten entstünden, siehe Maintor-Areal. Man müsse differenzieren, entgegnet ein Bürger, die Stadt brauche sowohl Wohnraum für Besserverdienende als auch für solche mit geringem Einkommen. Er wirbt dafür, möglichst viel zu bauen. Ein weiterer Diskutant mahnt an, dass Frankfurt wenn nicht in der Fläche, so doch in die Höhe wachsen könnte, mit Wohntürmen. „Schreiben Sie ihre Ideen auf die Fähnchen auf“, sagt einer der fleißigen Helfer der Stadt Frankfurt, die den Dialog am Laufen halten.

Eingangs hatte der scheidende Bürgermeister und Planungsdezernent Olaf Cunitz (Grüne) das Szenario beschrieben. Frankfurt wächst rasant. Im Jahr 2030, wenn nicht schon früher, werden 800 000 Menschen hier leben. Dafür seien 90 000 zusätzliche Wohnungen nötig. Das berge räumliche Konflikte. „Auch Ackerflächen und Kleingärten müssen hinterfragt werden dürfen“, betonte er. „Da darf es keine Tabus geben.“ Nicht nur Flächen für Wohnraum seien nötig, auch für die Industrie.

Am Verkehrs-Tisch erhebt sich laut die Klage, dass Frankfurt zu autolastig sei. „Wir müssen groß denken“, sagt eine Bürgerin, die sich Frankfurt im Jahr 2030 so vorstellt, dass nur noch Fahrräder und kleine Elektro-Autos durch die Stadt fahren. Jürgen Schultheis vom Haus der Logistik und Mobilität (Holm) bedauert, dass die Politik mutlos sei. Kopenhagen sei nicht von selbst zur Fahrrad-Hauptstadt geworden, sondern durch beherzte, politische Entscheidungen.

Radschnellwege kämen im Ruhrgebiet schneller voran als rund um Frankfurt. Jörg Dettmar, Architekturprofessor an der TU Darmstadt, weist darauf hin, dass die Verkehrsflächen Freiräume seien, die Menschen zum Aufenthalt nutzen könnten. „Die Flächen sollten nicht nur für Autos da sein“. All diese Ideen sammelt die Stadt und lässt sie in das integrierte Stadtentwicklungskonzept einfließen. Weitere Veranstaltungen sind bis Mitte 2017 geplant.

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