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Stadtentwicklung Frankfurt Stadt soll Nachverdichtung erleichtern

Architekten und Stadtplaner sehen in Frankfurt ein Potenzial für den Wohnungsbau in Siedlungen wie Niederrad oder Griesheim. Sie empfehlen auch den Rückbau des Miquelknotens, um Platz fürs Wohnen zu schaffen.

Die Platensiedlung in Ginnheim. Foto: Rolf Oeser Foto: Rolf Oeser

Ein oder auch zwei neue Stadtteile auf der grünen Wiese zu entwickeln, ist nach Ansicht des Frankfurter Vorstands des Bundes der Architekten (BDA) zumindest nicht die alleinige Lösung für die wachsende Stadt und das Wohnungsproblem in Frankfurt. Die BDA-Mitglieder, Architekten und Stadtplaner, rieten bei einem Gespräch mit der Frankfurter Rundschau dazu, zunächst die Möglichkeiten der Innenentwicklung auszuschöpfen und Stadtteile nach außen weiterzuentwickeln. Als prinzipiell positiv bewerteten sie etwa die Pläne für die Bebauung des Hilgenfelds, eines bisher landwirtschaftlich genutzten Areals nördlich des Frankfurter Bergs.

Allein in den großen Siedlungen der Stadt, zum Beispiel in Niederrad, Nied, dem Riederwald oder Griesheim, gebe es zudem die Chance, durch Nachverdichtung, also etwa durch die Verbindung parallel stehender Häuserzeilen mit Kopfbauten, und Aufstockung Tausende neue Wohnungen zu schaffen.

Stadtplaner Torsten Becker lobte die Pläne des Frankfurter Wohnungskonzerns ABG für die Ginnheimer Platensiedlung. Dort würden die bisherigen Wohnungen erhalten, neue hinzufügt und zugleich die Freiräume besser gestaltet. Baurechtliche Hürden und die Stellplatzsatzung erschwerten aber gerade kleineren Investoren die Aufstockung von Wohnhäusern, moniert er. Die Stadt müsse die Nachverdichtung erleichtern.

Urbane Gebiete schaffen

Auf Lob stößt bei den Architekten, dass Kommunen nach dem Willen der Bundesregierung künftig „urbane Gebiete“ ausweisen können. Die Stadt Frankfurt solle diese neue Baugebietskategorie schnell nutzen, riet Wolfgang Dunkelau, der Vorsitzende der Frankfurter BDA-Gruppe, biete sie doch die Chance, Wohnen und Gewerbe an einem Ort zusammenzubringen. Die Industrie 4.0 und die einhergehenden Möglichkeiten für eine Produktion in der Stadt könnten nach Ansicht von Moritz Kölling die Entstehung gemischt genutzter Quartiere erleichtern.

Becker geht davon aus, dass die von der Bundesregierung begleitend geplante Reduzierung der Richtwerte für den Lärm dazu führen wird, dass Wohnungen in großer Zahl an Stellen entstehen können, die bisher nicht bebaut werden könnten, etwa im Riederwald und in Fechenheim.

Die Architekten warben zudem dafür, über den Rückbau überbreiter Straßen und Kreuzungen nachzudenken, um den Bau neuer Wohnungen zu ermöglichen. Als Beispiel nannte Dunkelau den Rückbau des Miquelknotens, den schon der frühere Planungsdezernent Edwin Schwarz (CDU) vorgeschlagen hatte. Das bringe nicht nur Wohnraum, sondern diene auch der Entwicklung von Ginnheim.

Bei der Außenentwicklung, der Ausweisung von Wohnbauland am Stadtrand oder von Flächen abseits der bisherigen Bebauung, sollte die Stadt nach Ansicht der Architekten darauf achten, dass gemischte Quartiere entstehen, die in nicht zu geringer Dichte und Höhe bebaut werden. Alles andere sei Landverschwendung. In Frankfurt zweieinhalbgeschossige Gebäude zu errichten, gehöre eigentlich verboten, sagte Axel Krück.

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