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Spatenstich in Frankfurt Baubeginn für Romantikmuseum

Am Großen Hirschgraben in Frankfurt entsteht das Romantikmuseum, ein international einzigartiges Haus. Bis 2019 sollen die Bauarbeiten abgeschlossen sein.

Keine Bauarbeiter: Zehn Ehrengäste beim ersten Spatenstich für den Neubau des Romantikmuseums. Foto: peter-juelich.com

Noch liegt ein Haufen Schutt neben dem Goethe-Haus, wo das Buchhändlerhaus einst stand. In rund drei Jahren will die Frankfurter Wohnungsbaugesellschaft ABG Holding am Großen Hirschgraben das neue Romantikmuseum errichtet haben. Spatenstich war am Montag.

Dass in Frankfurt überhaupt ein Romantikmuseum entsteht, war lange fraglich. Die frühere schwarz-grüne Koalition kippte das Projekt im Jahre 2013 zunächst, aus Konsolidierungsgründen. „Eine erratische Entscheidung“, die ihm einen „furchtbaren Schrecken versetzt“ habe, sagte Kulturdezernent Felix Semmelroth (CDU).

Es gab ein Aufbegehren über Parteigrenzen hinweg. Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) und Amtsvorgängerin Petra Roth (CDU) warben öffentlich für Spenden. Mehr als 1100 Privatpersonen sowie Großspender wie die Deutsche Bank, die Ernst Max von Grunelius-Stiftung und der Kölner Galerist Karsten Greve brachten 6,2 Millionen Euro zusammen. „Bürgerliches Engagement ist ein Markenzeichen von Frankfurt“, lobte Monika Grütters (CDU), die Kulturstaatsministerin des Bundes. Den Epochen der Aufklärung (Wolfenbüttel), Klassik (Weimar) und Moderne (Marbach) seien schon eigene Erinnerungsstätten gewidmet. Für die Romantik fehle ein solcher Ort. Diese „national wie international wahrgenommene Lücke in der Museumslandschaft“ werde nun geschlossen.

Bisher lagern im Keller des Freien Deutschen Hochstifts, Träger des Goethe-Hauses, die Kisten mit den Archivschätzen. Sie können im Erweiterungsbau erstmals gezeigt werden. Dazu zählen Handschriften und Briefe von Novalis, Joseph von Eichendorff, den Brentano-Geschwistern und den Schlegel-Brüdern. Außerdem Alltagsgegenstände und Gemälde aus der Zeit der Romantik (1790 bis 1850). Vorgesehen sind ein didaktischer Raum für Schulklassen und je 400 Quadratmeter Ausstellungsfläche für die Epoche der Romantik, Wechselausstellungen und die Gemäldegalerie der Goethe-Zeit. „Goethe würde sich freuen, ein Romantik-Museum neben seinem Elternhaus zu bekommen“, scherzte der hessische Kulturminister Boris Rhein (CDU).

Das Land Hessen habe in den Erhalt des Brentanohauses in Oestrich-Winkel und des Osteinschen Parks bei Rüdesheim investiert. „Das Museum wird ein Ort der Bildung sein“, sagte OB Feldmann. Der Große Hirschgraben rücke „in den Fokus der Aufmerksamkeit“, so Dezernent Semmelroth. Bislang kommen jährlich rund 111 000 Besucher ins Goethe-Haus.

Die ABG baue „zum Festpreis von zwölf Millionen Euro“, sagte Geschäftsführer Frank Junker, der von einer „Vielzahl von Schwierigkeiten“ beim Abbruch des Buchhändlerhauses sprach. Umliegende Gebäude, wie das Goethe-Haus, seien nach dem Zweiten Weltkrieg „mit schlechter Bausubstanz“ wieder aufgebaut worden. Um diese nicht zu schädigen, habe die ABG ohne schwere Abbruchmaschinen gearbeitet. Daher gebe es eine Bauverzögerung „von drei bis vier Monaten“. Bis Ende 2018/Anfang 2019 soll das Museum nach den Plänen des Frankfurter Architekten Christoph Mäckler fertig sein. Danach richtet das Freie Deutsche Hochstift die Ausstellungen ein. 28 Wohnungen und der neue Cantate-Saal entstehen nach Plänen des Frankfurter Büros Landes und Partner. Das Museum soll im Spätsommer 2019 eröffnen. Spätestens zu Goethes 270. Geburtstag, am 28. August.

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