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Sozialer Wohnungsbau Abschätzige CDU

Es ist durchaus verräterisch, wie die CDU über arme Menschen und große Teile des bürgerlichen Mittelstandes in der Stadt urteilt. Ein Kommentar.

Wohnen in Frankfurt
Wohnen wird für immer mehr Menschen in Frankfurt unerschwinglich. Es fehlt an Sozialwohnungen. (Symbolbild) Foto: Arne Dedert (dpa)

Sozialer Brennpunkt: 1979 hat der Deutsche Städtetag definiert, was darunter zu verstehen ist. Wohngebiete nämlich, in denen „Faktoren gehäuft auftreten“, die Entwicklungschancen von Kindern und Jugendlichen „negativ bestimmen“.

Knapp 40 Jahre später definiert die Frankfurter CDU den sozialen Brennpunkt ganz neu. Aus ihrer Sicht ist er schon zu befürchten, wenn 40 Prozent eines Wohngebiets aus öffentlich geförderten Unterkünften bestehen. Aus Wohnungen, auf die 68 Prozent aller Mieter in Frankfurt ein Anrecht besitzen.

Mit anderen Worten: Nur noch von 32 Prozent sehr gut verdienenden Mietern ist nach dem Urteil der CDU zu erwarten, dass sie ihr Viertel nicht zum Problem-Quartier herunterkommen lassen. Es ist durchaus verräterisch, wie die CDU damit über arme Menschen und große Teile des bürgerlichen Mittelstandes in der Stadt urteilt.

Mit einer Partei, die solch herabwürdigende Einschätzungen abgibt, ist es tatsächlich schwierig, den drängenden Wohnungsmangel in Frankfurt zu beheben.

Wehmütig denkt man an das Ahlener Programm der CDU von 1947 zurück. Damals hatte die Partei den Menschen versprochen, „nicht mehr das kapitalistische Gewinn- und Machtstreben“ in den Mittelpunkt ihrer Politik zu stellen. 70 Jahre später sind es genau diese Gesetzmäßigkeiten, die den Frankfurter Wohnungsmarkt bestimmen. Und die CDU heizt diese Entwicklung an.

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