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Römerstadt und Riederwald Frankfurter Siedlungen sollen saniert werden

Gute Nachrichten für Tausende Mieter in Frankfurt: Der Magistrat will Siedlungen aus den 1930er Jahren sanieren lassen. Wer ist betroffen?

Ernst-May-Siedlung
Ein Blick in die Siedlung Römerstadt, die erneuert werden soll. Foto: Peter Jülich

Für Tausende von Mietern in den Frankfurter Siedlungen aus den 20er Jahren ist das eine gute Nachricht. Der Magistrat beschloss am Freitag, bei der Bundesregierung einen Förderantrag im Umfang von 20 Millionen Euro einzureichen. Mit dem Geld sollen einige Tausend Wohnungen in den Siedlungen des Neuen Frankfurt grundlegend saniert werden, sagte Frank Junker, Geschäftsführer des städtischen Wohnungskonzerns ABG, im Gespräch mit der FR.

2019 jährt sich zum 100. Mal die Gründung der Kunstschule Staatliches Bauhaus in Weimar, aus der wichtige Impulse auch für den Städtebau und die Architektur hervorgingen. 1925 hatte auch in Frankfurt das städtebauliche Programm des Neuen Frankfurt begonnen. Bis 1930 entstanden insgesamt 12 000 Wohnungen in verschiedenen Siedlungen in Frankfurt wie Römerstadt und Heimatsiedlung in Sachsenhausen oder das Quartier am Bornheimer Hang.

Mit der Sanierung dieser Wohnungen möchte die Stadt jetzt zumindest anfangen. Drei Siedlungen stehen im Fokus: die Römerstadt, der Riederwald und die Heimatsiedlung, berichtet Marcus Gwechenberger, Sprecher von Wohnungsdezernent Mike Josef (SPD).

ABG-Chef Junker sprach gegenüber der FR von mindestens 3000 Wohnungen, die erneuert werden. Die Häuser sollen neue Fassaden bekommen, neue Fenster, neue Türen. Das Sanierungskonzept müsse im Einzelnen noch mit den Denkmalbehörden abgestimmt werden, weil die Siedlungen unter Denkmalschutz stehen. Es gehe aber auch darum, die grünen Freiflächen neu zu gestalten. „Wir denken daran, einen Gartenwettbewerb zu organisieren“, sagt Gwechenberger. Schließlich will die Stadt neue Lösungen auch für den Autoverkehr in den Siedlungen finden, der im Laufe der Zeit immer mehr zugenommen hat.

Die Stadt hat bereits vom Bundesinnenministerium positive Signale bekommen und setzt darauf, dass ihr Förderantrag mit Geld aus dem Programm „nationale Projekte des Städtebaus“ finanziert wird. Das Deutsche Architekturmuseum (DAM) ebenso wie das Museum Angewandte Kunst (MAK) in Frankfurt unterstützen das Gesamtprojekt. Auch der Deutsche Werkbund und die Hochschule für Gestaltung (HfG) in Offenbach wollten sich engagieren.

Wohnungsdezernent Mike Josef denkt auch an einen intensiven Austausch mit der Frankfurter Partnerstadt Tel Aviv in Israel. Dort gibt es mehr als 4000 Gebäude, die einst im Bauhausstil errichtet und unter dem Namen „Weiße Stadt“ bekannt wurden.

Auch diese „Weiße Stadt“ stejt vor der Herausforderung einer Sanierung. Die Häuser dort gehören seit dem Jahr 2003 zu Unesco-Weltkulturerbe. Von Tel Aviv und den dortigen Erfahrungen will der Frankfurter Wohnungsdezernent lernen.

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