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Rege Bautätigkeit Boom auf dem Wohnungsmarkt

Im vergangenen Jahr sind 4722 neue Wohnungen auf den Frankfurter Markt gekommen - das ist die höchste Zahl an Fertigstellungen seit 40 Jahren.

Baustelle in Frankfurt
Bauen, bauen, bauen - in Frankfurt wurden so viele Wohnungen fertiggestellt wie seit 40 Jahren nicht mehr. Foto: Peter Jülich

Der Bauboom in Frankfurt gewinnt gegen den Bundestrend weiter an Fahrt. Nach Zahlen, die Planungsdezernent Mike Josef (SPD) am Freitag vorstellte, sind im vergangenen Jahr 4722 neue Wohnungen auf den Markt gekommen. Das ist gegenüber dem im Vergleich bereits sehr guten Wert des Vorjahres ein Sprung um 1256 Einheiten. Josef sprach von der höchsten Zahl an Fertigstellungen seit 40 Jahren.

Die sehr hohe Bautätigkeit im Wohnungsbereich dürfte zumindest zunächst anhalten. Die städtische Bauaufsicht genehmigte im vergangenen jahr 5872 Wohnungen, darunter etwa 700 Mikro-apartments. Auch das ist der höchste Wert seit vielen Jahren. Josef wies darauf hin, dass allein 1267 neue Wohnungen durch die Umwandlung früher gewerblich genutzter Gebäude und Flächen geplant seien. Nie seit Beginn der Statistik sei dieser Wert so hoch gewesen.

„Die Zahlen freuen mich, weil sie zeigen, dass wir alle Möglichkeiten ausschöpfen, um den Wohnungsmarkt nach vorne zu bringen“, sagte Josef. Der hohe Anteil an Wohnungen, die per Konversion entstehen, beweise zudem, dass die Stadt bestrebt sei, nicht leichtfertig Flächen auf der Grünen Wiese bebauen zu lassen. Damit genug Wohnungen entstehen könnten, um den riesigen Bedarf zu erfüllen, brauche Frankfurt aber auch neues Bauland.

Energisch widersprach Josef dem arbeitgebernahen Institut der deutschen Wirtschaft (IW), das den Kommunen in dieser Woche geraten hatte, ihren Wohnungsbestand zu verkaufen, um sich zu entschulden. Allein Frankfurt könne elf Milliarden Euro erzielen, hieß es. Bei solchen Vorschlägen platze ihm förmlich der Kragen, sagte der Planungsdezernent. Dass die ABG mehr als 50.000 Wohnungen besitze, sei ein Schatz, den die Stadt verteidigen müsse. Die Wohnungsgesellschaft verkaufen, heiße nicht nur auf Steuerungsmöglichkeiten verzichten. Schließlich seien es fast ausschließlich öffentliche Gesellschaften wie ABG und Nassauische Heimstätte, die noch preisgünstige Wohnungen errichteten. Anders als behauptet, vermieteten diese deutlich günstiger als private Unternehmen,

Die Leiterin der Bauaufsicht, Simone Zapke, wies in ihrem Jahresrückblick unter anderem auf die 241 zuvor illegal umgenutzten Wohnungen hin, die die Bauaufsicht im vergangenen Jahr für den Frankfurter Wohnungsmarkt zurückgewonnen habe. Darunter seien 201 Ferienwohnungen gewesen. Nun wird erstmals per Satzung geregelt, unter welchen Bedingungen es erlaubt ist, Wohnungen, zum Beispiel über ein Vermittlungsportal, zeitweise für Geld an Touristen zu vermieten. Diese ist vom Stadtparlament bereits beschlossen und tritt nun bald in Kraft.

Mehr als sonst beschäfigten die Bauaufsicht Brandschutzfragen. Nach dem verheerenden Feuer im Londoner Grenfell Tower überprüfte die Behörde 390 Hochhäuser, die vor dem Jahr 1983 entstanden sind, auf brennbare Fassadenelemente. Teilweise sei brennbares Material verbaut. Gott sei dank sei das aber jeweils nicht dramatisch, sagte sie.

Hervorragend steht die Bauaufsicht nach Worten Zapkes bei der Bearbeitungszeit von Bauanträgen da. Im Schnitt lägen 64 Tage zwischen der Einreichung eines Bauantrags und der Baugenehmigung, im Bereich Wohnungsbau sogar nur 49 Tage. Fortsetzen will sie die Digitalisierung der Behörde. Diese stelle sich etwa auf digitale Bauschilder ein.

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