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Pfingstberg Häuser statt Äcker

Der FR liegen alte im Planungsamt verschollene Pläne für eine Bebauung des Pfingstbergs vor. Der Fraktionschef der SPD Oesterling sieht die Stadt in der Pflicht, die Bebauung im Norden zu prüfen. Stadtkämmerer Becker (CDU) ist dagegen.

Auf dem Pfingstberg gibt es noch viel Platz. Foto: Rolf Oeser

Pfingstberg – Enwicklungspotentiale im Frankfurter Norden“ heißt die Studie. 1992 beauftragt. Sie gilt als verschollen. „Im Planungsamt gibt es sie nicht mehr“, sagte Mark Gellert, Sprecher von Planungsdezernent Olaf Cunitz (Grüne). Über die Jahre werde manches aussortiert. Ihn wundere es „gar nicht“, dass die Studie verloren gegangen sei, sagte Klaus Oesterling, Fraktionschef der SPD im Römer. „Die Erkenntnisse passen nicht in die Vorstellungswelt des Dezernenten.“

Die besagte Studie liegt der Frankfurter Rundschau vor. Die Architekten DiWi Dreysse, Frank Herterich und Ernst Ulrich Scheffler hatten sie im Auftrag des Stadtplanungsamts erstellt. Planungsdezernent war damals Martin Wentz (SPD). Auch wenn die Autoren dem „urbanen Nachverdichten“ grundsätzlich mehr Gewicht gegenüber neuen Stadtteilen einräumen: Den Frankfurter Norden könnten die Stadtplaner nicht außen vor lassen, meinen sie. Dort befänden sich einige der „wenigen großräumigen Reserveflächen“ der Stadt.

Befürchtungen, eine Bebauung des Pfingstbergs könne das Stadtklima negativ beeinflussen, nehmen die Autoren nach eigenen Angaben „sehr ernst“. Die Untersuchung der Kaltluftschneisen zeige indes: Die meiste Frischluft komme „mit einer Mächtigkeit“ aus dem Nordosten. Kalte Luft bildet sich nachts auf unbebauten Flächen. Sie fließt über die Flusstäler von Steinbach, Urselbach, Eschbach, Erlenbach, Kalbach ins Niddatal. Die Studie empfiehlt daher, keine Häuser in den Tälern zu errichten, sondern „auf den Höhenrücken“.

Die Studie sieht eine Bebauung mit rund 35 000 Wohneinheiten vor. Verteilt auf Flächen zwischen Ober-Eschbach (Bad Homburg), Nieder-Eschbach, Nieder-Erlenbach, Harheim (Frankfurt) und Massenheim (Bad Vilbel). Die größte Ansiedlung wäre auf den Äckern zwischen Nieder-Eschbach und Nieder-Erlenbach, dem Pfingstberg, mit 25 000 Wohneinheiten.

Die Gebäude ließen sich den Erfordernissen entsprechend „abschnittsweise von Süd nach Nord“ errichten. Geplant sei eine Blockrandbebauung. Die Straßenzüge wären nach amerikanischem Muster rechteckig angelegt. In den Wohnstraßen sollen die Gebäude bis zu vier Geschosse haben, in den Geschäftsstraßen bis zu acht. Ein Grünzug durchzöge den Pfingstberg in der Mitte. Der Stadtteil hätte Grünflächen von der Größe des Holzhausenparks.

Erschließen lasse sich der Pfingstberg über eine U-Bahnlinie von Ost nach West als Erweiterung der U4. Von Süd nach Nord sieht die Studie eine U-Bahnlinie von der Konstablerwache unter der Friedberger Landstraße verlaufend vor. Hier fährt derzeit die Straßenbahnlinie 18. Auch lasse sich die Linie U5 nach Norden ausbauen.

„Das sind nicht unsere Vorstellungen, wir gehen von 4000 bis 8000 Wohneinheiten aus“, betont Oesterling. Die Stadt sieht er in der Pflicht, die Bebauung im Norden zu prüfen. „Die alten Pläne sollten in der Schublade bleiben, wo sie hingehören“, sagte hingegen Stadtkämmerer Uwe Becker (CDU).

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