Lade Inhalte...

OB Feldmann Wenn Peter Feldmann alle Register zieht

Den Vergleich mit seinen Vorgängern muss der Oberbürgermeister nicht scheuen, denn nach Größe strebten sie alle. Feldmanns Vorbild ist der frühere SPD-Oberbürgermeister Walter Kolb.

Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) möchte gern so sein wie der frühere SPD-Oberbürgermeister Walter Kolb. Das berühmte Foto des gewichtigen Frankfurter Nachkriegs-Stadtoberhaupts bei der Trümmerbeseitigung mit dem Presslufthammer 1946 vor dem Römer „ist mein Lieblingsbild“, strahlte Feldmann am Mittwochabend im Historischen Museum.

„The place to be“

„Frankfurter Oberbürgermeister im Spiegel ihrer Zeit“ war der von der Volkshochschule veranstaltete Abend betitelt und halb Frankfurt strömte herbei, um zu sehen, was der Feldmann im Vergleich zu den Vorgängern so drauf hat. Schwer fiel es dem Amtierenden nicht, Größe zu zeigen. Schon seit es hier das Amt des Oberbürgermeisters gibt, seit Daniel Mumm von Schwarzenstein 1869, wird diese Stadt unermüdlich ausgebaut. Genau wie es Feldmann vorhat, er will „alle Register ausfahren“. Denn der bevorstehende Massenansturm auf Frankfurt, fern der Heimat als „the place to be“ ausgedeutet, habe ja Ausmaße, „als ob sich ganz Schwalbach auf einmal hierher aufmachen würde“.

Es ging um unbegrenztes Wachstum, denn daraus folgte zu allen Zeiten die ständig wachsende Bedeutung Frankfurts. Mit erhebenden Gefühlen hörten die Gäste mehr als zwei Stunden lang gebannt zu, wie die Historiker Lutz Becht und Bettina Tüffers durch die Zeiten Alleen und Brücken, Häfen und Ausfallstraßen, das Opernhaus, die Festhalle und die Parks vor den geistigen Augen entstehen ließen. Nur eine konnte es nicht lassen, zu stänkern, das war die „Römer-Putzfrau“ Katharina Schaaf. Für sie haben die Bewohner hier geradezu einen Tick: „Die Frankfurter, die lieben Löcher, so rischtisch schee Baulöcher.“ Das Lichtbild des „Schöngeists“ Walter Wallmann (CDU) mit Gummistiefeln und Sicherheitshelm auf ausgebaggertem Boden kam ihr als Beleg zupass: „Die OBs machen so viel Dreck“, die wollen einfach „alsfort bauen“. Dann aber natürlich „mit ihne ihr’n Schuh’n dorsch de Römer dorsch“.

„Frankfurt – Heimat oder Transit?“

Es wurde also ein richtiger Frankfurter Heimatabend, die eindeutige Antwort auf die Frage der VHS, die zum Semesterauftakt bewegte: „Frankfurt – Heimat oder Transit?“ Die Stadt ist so zupackend wie ihre Stadtoberhäupter – mit Walter Kolb ausgedrückt, den Feldmann zitierte: „Das Erbauliche ist nicht, was einer erreicht hat, sondern was er zu erreichen versucht hat.“ Das nimmt der Nachfolger als Leitsatz, denn dieser hat ja, wie im Saal alle wussten, im Römer keine Mehrheit. Ein bisschen traurig, vor allem aber ironisch fügte Feldmann an, er habe es „noch nicht geschafft, pressewirksam an einer Baustelle zu stehen“.

Der Plan für die Baustelle seiner Träume, die neue Trabantenstadt auf dem Acker, ist aber bereits geadelt, „es war eine Idee von Ernst May“, schloss der OB.

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
  • Nutzungsbasierte Onlinewerbung
  • Mediadaten
  • Kontakt
  • Wir über uns
  • Impressum