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Neues Wohngebiet BUND lehnt Wohnhäuser am MTZ ab

Das geplante Baugebiet für 6000 Menschen am Main-Taunus-Zentrum ist aus Sicht des Naturschutzes „nicht akzeptabel“.

Main-Taunus-Zentrum
Weiden zu Wohnungen? Dass rund um das Main-Taunus-Zentrum gebaut werden soll, gefällt nicht allen. Foto: Michael Schick

Der Bau eines Wohngebietes rund um das Main-Taunus-Zentrum, wie vom Regionalverband vorgeschlagen, ist weder ökologisch noch verkehrstechnisch akzeptabel. Diese Einschätzung vertreten die Kreis- und Ortsverbände des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND) in einer jetzt veröffentlichten Stellungnahme.

Rund um das Einkaufszentrum könnten nach Vorstellung des Regionalverbands Frankfurt-Rhein-Main Wohnungen für bis zu 6000 Menschen entstehen. Der Verband hat bereits das Frankfurter Planungsbüro Albert Speer und Partner damit beauftragt, eine Vorstudie für ein Mobilitätskonzept zu erarbeiten. Die Planer sollen zeigen, wie das Wohngebiet verkehrstechnisch erschlossen werden könnte. Ziel dabei soll es sein, möglichst wenig Autoverkehr zu erzeugen.

Die BUND-Verbände Frankfurt-Main-West, Kelkheim-Liederbach und Main-Taunus-Kreis kommen dagegen zu dem Ergebnis, dass die Bebauung zwangsläufig zu einem Verkehrskollaps in den umliegenden Gemeinden führen würde. Die Anbindung mit öffentlichen Verkehrsmitteln sei kaum zu verwirklichen. So sei es versäumt worden, das Main-Taunus-Zentrum (MTZ) an die geplante Regionaltangente West anzubinden.

Sehr gute Böden

Im Planungsgebiet seien zudem überwiegend sehr gute Böden vorhanden, die einen überdurchschnittlichen landwirtschaftlichen Ertrag möglich machten. Eine Bebauung würde diese Böden unwiederbringlich zerstören – obwohl diese gerade für eine regionale Versorgung mit landwirtschaftlichen Produkten immens wichtig seien, argumentieren die Naturschützer vom BUND. 

Auch verhindere eine Wohnbebauung die freie Zirkulation von Frischluft. Die Taunuswinde könnten nicht wie bislang in die westlichen Frankfurter Stadtteile gelangen. Dies führe dort zu einer Aufheizung des Stadtklimas. Betroffen seien davon vor allem Höchst und Unterliederbach. Die hohe Konzentration von Luftschadstoffen, wie sie bereits heute am Höchster Bahnhof gemessen werde, würde noch weiter steigen und die Luftqualität weiter verschlechtern.

Der Regionalverband hatte vorgeschlagen, das MTZ als Ortskern für das neue Wohnbaugebiet zu nutzen. In den umliegenden Gemeinden war das auf ein unterschiedliches Echo gestoßen. Während Frankfurt sich dadurch Entlastung auf dem Wohnungsmarkt erhofft, gibt es im benachbarten Sulzbach und Liederbach auch die Befürchtung, die neuen Nachbarn könnten durch ihre schiere Zahl die eigene Identität beeinträchtigen.

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