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Neuer Stadtteil in Frankfurt ABG kauft Ackerland für neuen Stadtteil

Frankfurt verfügt nun über die Hälfte des Areals westlich und östlich der A5, wo ein neues Wohngebiet entstehen soll. Doch ob das Gebiet überhaupt bebaut werden kann, ist noch immer unklar.

Protest gegen neuen Frankfurter Stadtteil
In Frankfurt und dem Taunus kämpfen Initiativen gegen den neuen Stadtteil. Foto: Renate Hoyer

Der städtische Immobilienkonzern ABG Frankfurt Holding hat sich große Flächen im Frankfurter Nordwesten gesichert. Die zusammen knapp 7,3 Hektar großen Grundstücke, bisher als Ackerland genutzt, liegen östlich und westlich der Autobahn 5 im Planungsgebiet für einen neuen Stadtteil. Die ABG will sie, wie ihr Geschäftsführer Frank Junker sagt, mit bezahlbaren Mietwohnungen bebauen. Zu 40 Prozent sollen geförderte Wohnungen entstehen.

Noch ist alles andere als klar, ob auch das Teilareal westlich der Autobahn bebaut wird. Es gibt große planungsrechtliche und bauliche Hürden zu überwinden. Durch das Gebiet führen außer der Autobahntrasse auch Höchstspannungsleitungen. Und nicht nur im Vordertaunus kämpfen Initiativen gegen die Pläne. 

Junker sieht kein Risiko

Indem sie sich schon jetzt Grundstücke sichere, komme die ABG anderen Investoren zuvor, „die dort sicherlich teure Eigentumswohnungen bauen würden“, sagt Junker. 1,75 Hektar große Flächen östlich der Autobahn habe seine Gesellschaft nun gekauft, für den größten Teil der Grundstücke, die westlich der Autobahn in Richtung Steinbach und Oberursel liegen, hat sie nach Junkers Angaben nur eine Kaufoption vereinbart. Wenn dieser Teil des Areals kein Bauland werde, müsse die ABG diese Grundstücke nicht kaufen, sagte er der FR. „Es besteht kein Risiko.“ Junker spricht auf Anfrage von einem Kaufpreis von im Schnitt unter 100 Euro pro Quadratmeter. 

Die Römer-Koalition steht hinter dem Ankauf der Grundstücke, den der Aufsichtsrat der ABG beschloss. Mit der klaren Rückendeckung von CDU, SPD und Grünen verfüge die ABG nun die Rückendeckung, um den Stadtteil voranzubringen, sagt Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD). Perspektivisch gebe es dort gute Voraussetzungen, um ein lebendiges Quartier zu erreichen, fügt Planungsdezernent Mike Josef (SPD) an. Die beiden nennen den Kauf der Grundstücke einen wichtigen Schritt für mehr bezahlbare Wohnungen. Die Stadt Frankfurt verfüge nun direkt, über stadtnahe Stiftungen und die ABG über rund die Hälfte der Fläche im Areal, sagt Josefs Sprecher Mark Gellert. 

Ergebnisse der vorbereitenden Untersuchungen nicht vor 2020

Derzeit laufen noch vorbereitende Untersuchungen für eine städtebauliche Entwicklungsmaßnahme in dem 550 Hektar großen Areal. Auch wenn das Gebiet über eine solche Maßnahme entwickelt wird, müsste die ABG die nun gesicherten Grundstücke aber nicht veräußern. Sie kann, wie Geschäftsführer Junker erläutert, eine Abwendungsvereinbarung unterzeichnen und die Flächen, wie sie das ja ohnehin will, selbst bebauen. 

Die Koalition hatte stets betont, diese Untersuchungen seien ergebnisoffen. Auch der Kauf der Ackerflächen ändere daran nichts, bekräftigt Geller. Dieser sei ein „klares Bekenntnis“ zu den Plänen für einen neuen Stadtteil beidseits der Autobahnen. Ob und wie dieser gebaut werden könne, hänge jedoch nach wie vor von den Ergebnissen der Untersuchungen ab. 

Einige davon, etwa zum Artenschutz, Landschaftsschutz und zu den klimatologischen Auswirkungen einer Bebauung, seien so gut wie abgeschlossen. Alle Ergebnisse lägen aber wohl erst Anfang 2020 vor, sagt Gellert. Im Februar werde ein erster Ideenwettbewerb für das Areal beginnen, kündigt er an. Im ersten Halbjahr 2019 soll zudem das Konsilium für den neuen Stadtteil, ein Beratungsgremium, seine Arbeit aufnehmen.

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