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Neuer Stadtteil A5 wird nicht Bebauungsgrenze

Die Stadt Frankfurt bleibt dabei: Es sollen auch Wohnhäuser westlich der Autobahn A5 entstehen.

Neu geplantes Wohngebiet
Blick auf die Ackerflächen beidseitig der Autobahn A5, wo ein neuer Stadtteil entstehen soll. Foto: Rolf Oeser

Die Ton wird rauer im Streit um den geplanten Stadtteil im Frankfurter Norden. Der Steinbacher Bürgermeister Stefan Naas (FDP) spricht von einem „drohenden Alptraumquartier“ und von „ungesunden Wohnverhältnissen, die sogar noch die berüchtigte Gropiusstadt in Berlin-Neukölln in den Schatten stellen“. Naas fordert die Stadt Frankfurt auf, die Autobahn A5 „als gegebene Grenze“ des neuen Wohnquartiers zu akzeptieren.

Frankfurts Planungsdezernent Mike Josef (SPD) widerspricht postwendend. „Ich bleibe bei meiner Haltung, dass eine Wohnbebauung auf beiden Seiten der Autobahn verwirklicht werden soll“, sagt der Stadtrat im Gespräch mit der FR. Im Rhein-Main-Gebiet verliefen überall Autobahnen.

„Es ergibt also keinen Sinn, eine Bebauungsgrenze willkürlich an einer Autobahn zu setzen“, betont der Planungsdezernent. Das widerspreche dem Gedanken der regionalen Zusammenarbeit. Josef appelliert an die „Mitwirkungsbereitschaft“ der Frankfurter Nachbarkommunen bei der Entwicklung von Wohnungen für bis zu 30 000 Menschen östlich und westlich der Autobahn. Er setzt ausdrücklich auf weitere Gespräche mit Steinbach und Oberursel. Beide Kommunen bekämen Sitz und Stimme im Aufsichtsrat der Projektgesellschaft, die Frankfurt für den neuen Stadtteil gründen möchte.

Josef lässt allerdings offen, wann diese Projektgesellschaft entsteht. „Wir nehmen uns Zeit, das vernünftig vorzubereiten und lassen uns nicht drängen.“

Tatsächlich ist vor der Landtagswahl am 28. Oktober kaum mit einer Entspannung im Streit zwischen Frankfurt und seinen Nachbarn zu rechnen. Steinbachs Bürgermeister Naas tritt bei der Wahl als FDP-Kandidat an. Im Römer wird erwartet, dass er bis zum Wahltag auf Konfliktkurs mit der Stadt Frankfurt bleibt.

Planungsdezernent Josef erklärt die harten Worte aus Steinbach als „ein Stück weit Populismus“, der sich vor dem Hintergrund des Wahltermins verstehen ließen. Immer deutlicher wird jedoch, dass die Frankfurter Planer sich zwei Wohnquartiere östlich und westlich der Autobahn A5 vorstellen, die sich getrennt voneinander entwickeln. „Wir denken quartiersweise“, bekräftigt Josef. Dabei soll die Bebauung östlich der Autobahn rascher vorangehen.

Der Stadtrat hat einer Verlegung der A5 bereits eine Absage erteilt und auch große Landschaftsbrücken über die Autobahn hinweg als unrealistisch und kaum finanzierbar erklärt. Er verspricht aber: „Es wird eine Verbindung zwischen den Wohnquartieren geben, die Autobahn wird überbrückt.“

Steinbachs Bürgermeister Naas nennt es „abwegig, einen Stadtteil zu planen, der von einer acht- und demnächst zehnspurigen Autobahn durchzogen wird.“ Die von Josef vorgetragene Idee, die beiden Gebiete links und rechts der Autobahn als eigenständige Quartiere zu planen, mache die Sache nicht besser. Wohnhochhäuser direkt an der Autobahn wie an der A66 seien „ein Sündenfall“ und dürften sich nicht wiederholen.

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