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Kulturdezernent Felix Semmelroth Schwarz-Grün steht zu Semmelroth

Trotz akuten Zoffs steht die schwarz-grüne Koalition im Römer geschlossen zur Verlängerung der Amtszeit von Kulturdezernent Felix Semmelroth. Der CDU-Politiker kann noch drei Jahre weiterarbeiten.

Nachdenklich vor Beginn der Debatte: Kulturdezernent Felix Semmelroth (CDU) Foto: peter-juelich.com

Trotz akuten Zoffs steht die schwarz-grüne Koalition im Römer geschlossen zur Verlängerung der Amtszeit von Kulturdezernent Felix Semmelroth. Der CDU-Politiker kann noch drei Jahre weiterarbeiten.

Spannung, Spekulationen vor Beginn der Debatte am Abend im Römer. Würde der Kulturdezernent alle nötigen Stimmen der schwarz-grünen Römer-Koalition erhalten, gerade jetzt, da es kräftig gefunkt hatte im Bündnis? Es war der denkbar schlechteste Zeitpunkt für eine Abstimmung über die Verlängerung der Amtszeit von Felix Semmelroth um drei Jahre bis 2017. Und doch musste es sein: Am 13. August wird der CDU-Politiker 65 Jahre alt – und um weiterarbeiten zu können, schreibt die Hessische Gemeindeordnung (HGO) eine Sondererlaubnis vor.

Es wurde ein denkwürdiger Abend, teilweise tumultartig. Semmelroth bekam davon nichts mit, denn er musste laut HGO den Saal verlassen, die Außenübertragung wurde abgeschaltet. Drinnen kühlte die Opposition ihr Mütchen am Stadtrat, allen voran der begnadete Polemiker Klaus Oesterling. Der SPD-Fraktionschef verglich einfach die hochtrabenden Zielvorstellungen eines Semmelrothschen Positionspapieres mit der Wirklichkeit in Frankfurt.

Offene Ablehnung von SPD, FDP und Freien Wählern

Gejohle, Geschrei, wütende Zwischenrufe aus den schwarz-grünen Reihen. Oesterling fragte immer wieder: „Wo war die Stimme des Kulturdezernenten?“ Die Erweiterung des Museums der Weltkulturen: gekippt. Das Theater im Paradieshof: gestrichen. Das Romantikmuseum: erst gekippt, dann doch ermöglicht. Auch habe Semmelroth „das Volkstheater absaufen lassen“.

Offene Ablehnung gab es auch von FDP und Freien Wählern. FDP-Fraktionschefin Annette Rinn warf Semmelroth vor, er wolle gar nicht sparen. Und die schwarz-grüne Koalition? Schloss die Reihen hinter dem Kulturdezernenten. Er erhielt am Ende 52 Ja-Stimmen: Genau die Zahl der schwarz-grünen Sitze, bei 37 ablehnenden Voten.

Die Grünen vergaßen alle Kritik an Semmelroth – dass er dem linken Treffpunkt Club Voltaire den kleinen Zuschuss streichen wollte oder die Hilfe für politisch verfolgte Autoren einstellen will. „Die Subkultur brodelt und die Institute heimsen Preise ein!“, rief Grünen-Fraktionschef Manuel Stock. All das sei Semmelroth zu verdanken. „Er hat Verlässlichkeit in die Kulturpolitik gebracht“, sagte Stock. Der CDU-Fraktionsvorsitzende Michael zu Löwenstein bescheinigte Semmelroth, er mache einen „herausragend guten Job“. Mehr noch: Der Stadtrat sei „eine Quelle der Inspiration für alle Kulturschaffenden“. Niemand klatschte.

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