Lade Inhalte...

Krankenhaus in Höchst Erste Passivhausklinik Europas

Der symbolische Spatenstich für den Neubau des städtischen Krankenhauses in Höchst ist erfolgt. Geplant ist die erste Passivhausklinik Europas.

Spatenstich hoch neun: viele prominente Helmträger in Höchst. Foto: Michael Schick

Schon vor acht Jahren lagen in Wiesbaden die Millionen bereit, mit denen sich das Land am geplanten Neubau des städtischen Krankenhauses in Höchst beteiligen wollte. Doch immer wieder kam etwas dazwischen, etwa dass der Grundwasserspiegel eine Unterkellerung nicht zulassen würde – und es musste umgeplant werden.

Am Samstag nun großer Bahnhof in Höchst: Gesundheitsminister Stefan Grüttner (CDU), Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD), Stadtkämmerer Uwe Becker (CDU), der jetzige Verkehrs- und zukünftige Gesundheitsdezernent Stefan Majer (Grüne) und Gesundheitsdezernentin Rosemarie Heilig (Grüne) trafen sich auf dem Neubaugelände zum symbolischen Spatenstich: Bis 2019 soll hier die erste Passivhausklinik Europas entstehen.

Schon im Vorfeld hatte Stadträtin Rosemarie Heilig, die ja auch Umweltdezernentin ist, erklärt, „dass auch die Krankenhausarchitektur im 21. Jahrhundert angekommen ist“. Auch verwies sie auf die „Aufbruchsstimmung im großen Team“: Das alte Haus sei nämlich „ziemlich am Ende“. Die Pflege und die medizinische Versorgung hätten darunter nicht gelitten – da sei Höchst bis heute führend: „Aber es wurde wirklich Zeit.“ Heilig, die vor ihrer Dezernententätigkeit als Managerin bei der Zentralen Errichtungsgesellschaft für den Neubau verantwortlich war, sprach von „einem Kraftakt“.

Fast 240 Millionen Euro wird der Neubau kosten, der östlich des heutigen Bettenhauses entsteht, das abgerissen werden soll. Mit 182 Millionen Euro wird die Stadt Frankfurt den Löwenanteil übernehmen, knapp 55 Millionen kommen vom Land. In der Vergangenheit hatte die Stadt immer wieder mit hohen Millionensummen die Altlasten des defizitär arbeitenden Krankenhauses ausgleichen müssen.

Mit dem Neubau werden nun vor allem die immens hohen Energiekosten sinken. Von dem jüngst erfolgten Zusammenschluss mit den beiden kommunalen Krankenhäusern des Main-Taunus-Kreises erhoffen sich die Träger kostensparende Synergieeffekte.

Das sechs Stockwerke hohe Gebäude mit seinen vier Querriegeln wird zehn Operationssäle und einen weiteren OP-Saal beherbergen, der speziell für minimalinvasive Eingriffe ausgerüstet ist. Eine Besonderheit ist das „Höchster Zimmer“: Das hintere Bett kann aus dem Raum geschoben werden, ohne dass das vordere verschoben werden muss. Die kurzen Wege im Neubau werden vereinfachte Arbeitsabläufe ermöglichen, die vor allem Zeit sparen.

Mit der „BAM Deutschland AG“ wurde ein Generalunternehmer gefunden, der das Bauwerk im ersten Halbjahr 2019 schlüsselfertig übergeben wird. Danach soll die Augenklinik umziehen. Ein Standort für die Psychiatrie wird noch gesucht. Die Vorsitzende der Geschäftsführung des Klinikums, Dorothea Dreizehnter, wies darauf hin, dass mit dem künftigen „Gesundheitscampus“ mit seinen vielen Einrichtungen und Angeboten der Frankfurter Westen insgesamt attraktiver werde.

Oberbürgermeister Peter Feldmann erinnerte daran, dass das Klinikum in Höchst einer der größten und ältesten Arbeitgeber sei. Über 2000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter seien hier beschäftigt. Das Klinikum sei nicht nur ein Leuchtturm in der Frankfurter Gesundheitsversorgung, sondern Teil der Identität für Höchst, Unterliederbach und die angrenzenden Stadtteile. Gesundheitsminister Stefan Grüttner und Stadtkämmerer Uwe Becker lobten die hohe Qualität der medizinischen Versorgung in Höchst, für deren Kontinuität der Neubau ein Garant sei.

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen