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Kinderbetreuung Erste Kita in Modulbauweise

Mehr Betreuungsplätze in kürzerer Zeit sind das Ziel: Die Kita am Rande des Europaviertels ist die erste von sechs Kindertagesstätten, die bis Mitte 2016 von der Stadt in Modulbauweise errichtet werden.

Freuen sich über den Baustart (v. l. n. r.): Architekt Ferdinand Heide, Jan Schneider (CDU), Sarah Sorge (Grüne), Ortsvorsteher Axel Kaufmann (CDU). Foto: Boeckheler

Der Mann ist offensichtlich zufrieden mit seiner Arbeit. Ja, er könne „einen gewissen väterlichen Stolz nicht verhehlen“, sagt Reformdezernent Jan Schneider (CDU) am Montagmorgen strahlend, kurz bevor er zwischen Kuhwaldsiedlung und Europaviertel am Rand des Zeppelinparks einen Spaten in die trockene Erde rammt.

Der Spatenstich läutet eine neue Ära des Kita-Baus in Frankfurt ein. Die Betreuungsstätte am Dammgraben ist die erste von sechs Kindertagesstätten, die bis Mitte 2016 von der Stadt in Modulbauweise errichtet werden. Im Vergleich zu herkömmlichen Kitas sollen durch den Einsatz standardisierter Verfahren und Bauteile im Schnitt 30 Prozent der Baukosten und ein guter Teil der Bauzeit eingespart werden. Mehr Betreuungsplätze in kürzerer Zeit zu schaffen, ist das Ziel.

Die schwarz-grüne Stadtregierung hatte im vergangenen Jahr beschlossen, sechs Kitas in Modulbauweise zu errichten. Schneider bezeichnet dieses Vorhaben am Montag als „Mammutaufgabe“. Und er lobt die Stadtverwaltung, da diese es schaffe, das Projekt „in außerordentlich kurzer Zeit“ umzusetzen.

3,8 Millionen Euro kostet der Kita-Neubau im Kuhwald, der im Juni 2016 eröffnet werden soll. 99 Betreuungsplätze entstehen in dem zweistöckigen Bau, rund die Hälfte davon ist für unter Dreijährige reserviert. Weil die Fluchtwege außen liegen, konnte im Inneren des mit großen Fensterfronten versehenen Gebäudes unter anderem eine 120 Quadratmeter große Spielfläche eingerichtet werden.

Als „kleinen Kompromiss mit großer Wirkung“ beschreibt Bildungsdezernentin Sarah Sorge (Grüne) das optimierte Kita-Baumanagement, das jetzt konkrete Formen annimmt. Dabei betont die Dezernentin zweierlei: Zum einen hätten Schneider und sie „sehr konstruktiv zusammengearbeitet“, zum anderen bedeute das Bauen mit Modulen nicht, dass darunter die Qualität leide.

Als „ein intelligentes, schlaues Prinzip der Umsetzung“ bezeichnet der Frankfurter Architekt Ferdinand Heide das Bauen mit Modulen in genormter Größe. Weil alle Gebäude ähnlich aufgebaut sind und aus teils baugleichen Räumen bestehen, muss der Architekt nicht jedes Mal komplett neu planen – was Kosten spart. Das von Heide entwickelte Modulkonzept wurde bereits vom evangelischen Regionalverband umgesetzt: Drei solcher Gebäude hat der Verband in der Stadt schon gebaut.

Von einer „guten Lösung“ spricht auch der grüne Stadtverordnete Wendel-Jaromir Burkhardt. Die Räume im Modulbau seien fast so groß wie in bisherigen Kitabauten und zudem sei geplant, auf jeder der sechs neuen Kitas eine Solaranlage zu installieren.

Passivhausstandard wird allerdings nicht mehr erreicht – jedoch sollen die Neubauten die Vorgaben der Energieeinsparverordnung immerhin um 30 Prozent unterschreiten.

Die SPD im Römer fordert nun, auch beim Bau neuer Schulen auf eine Modulbauweise zu setzen. Diese sei „eine kostengünstige Alternative, um zeitnah attraktive und bedarfsgerechte Schulgebäude zu errichten“, heißt es in einem aktuellen Antrag der Sozialdemokraten. Die neuen Modul-Kitas werden darin als „Erfolgsprojekt“ gelobt.

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