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Innovationsquartier im Nordend Nicht noch mehr bauen

Die Ortsvorsteherin im Nordend Karin Gulder wehrt sich gegen das Innovationsquartier. Sie fordert die Anwohner dazu auf, sich der Bürgerinitiative "Grüne Lunge am Günthersburgpark" anzuschließen.

Karin Guder ist Grünen-Politikerin und Vorsitzende des Ortsbeirates 3, Nordend. Foto: christoph boeckheler*

Karin Guder wehrt sich zusammen mit dem Ortsbeirat und Anwohnern gegen das geplante Innovationsquartier.

Frau Guder, was würde das Innovationsquartier für den Stadtteil bedeuten?
Das Nordend gehört zu den am dichtesten besiedelten Stadtteilen bundesweit. Eine Kaltluftschneise dort oben verhindert, dass sich die Stadt zu stark erwärmt. Das wissen wir aus einem Gutachten aus den 80er Jahren. Wir befürchten, dass die Kaltluftschneise zugebaut wird. Wir brauchen die Sauerstoffzufuhr, und es ist ein Naherholungsgebiet für viele Menschen.

Bei den Sitzungen des Ortsbeirates formulieren Anwohner seit Monaten ihre Ängste. Was antworten Sie?
Wir nehmen sie ernst. Wir unterstützen die Bürgerinitiative „Grüne Lunge am Günthersburgpark“ und die Anwohner. Wir wollen die Grünflächen erhalten. Viele Leute sind verunsichert. Vielleicht sind die Auswirkungen für manche gar nicht so bedrohlich, wenn sie wüssten, was genau passiert. Wir brauchen Transparenz vom Magistrat. Der muss die aktuellen Planungen unverzüglich offenlegen.

Ihr Parteikollege Jochen Vielhauer aus dem Ortsbeirat, der auch Stadtverordneter ist, fordert lautstarken Protest...
Die BI ist sehr aktiv. Ich rate den Leuten, sich anzuschließen und politischen Druck zu machen, damit der Magistrat die Informationen endlich rausgibt.

Die Nordend-Grünen sagen, ihre Strategie ist es, auf das neue Klimagutachten zu warten. Was erhoffen Sie sich dadurch?
Wir erwarten eine Verifizierung der Gutachten aus den 80er Jahren, um eine objektive Grundlage zu haben. Dann muss trotzdem politisch entschieden werden, ob man die Bebauung möchte, ob man wirklich so weit gehen will, so wertvolle Grünflächen zu zerschneiden. Man muss alles untersuchen und prüfen, ob es das wirklich wert ist, dort zu bauen.

Innerhalb Ihrer Partei ist das Projekt umstritten. Der grüne Planungsdezernent Cunitz setzte sich auf dem Parteitag durch. War das eine Niederlage für Sie als Ortsbeirat?
Ich weiß nicht, ob es eine Niederlage war. Es ist ein demokratisches Verfahren, wir haben uns als Nordend-Grüne nicht durchgesetzt, das war eindeutig. Das muss ich zur Kenntnis nehmen. Bedauerlicherweise. Die Partei gesamt will die Bebauung.

Wie verändert dieser Beschluss Ihre Arbeit im Ortsbeirat?
Unsere Arbeit wird das nicht verändern. Das ist ein Programm, aber wir im Nordend erstellen noch ein eigenes, da wird sicherlich etwas anderes drinstehen. Da hat der Stadtteil ein anderes Interesse als die Stadt.

Das heißt, Ihr Programm wird die Bebauung ablehnen?
Wir wollen im Nordend-Programm haben, dass die Bebauung so nicht infrage kommt, ja.

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