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Innenstadt Frankfurt: Die City ist eine riesige Baustelle

Kornmarkt-Arkaden, Maintor, „Riverside District“: Die zentrale Achse vom Willy-Brandt-Platz bis zum Dom war lange nicht mehr so von Baustellen geprägt wie in diesen Wochen. Und mitten drin wächst die rekonstruierte Altstadt, Frankfurts „neue Mitte“ - oder, wie Kritiker es nennen: „Disneyland“.

Die Großbaustelle Bundesrechnungshof zwischen Berliner und Bethmannstraße ist nur ein Beispiel für den Umbau der Innenstadt. Foto: Andreas Arnold

Noch blickt auf ein riesiges Loch, wer vom Schauspielhaus aus Richtung Altstadt schaut. Doch rund um die Baugrube für ein „Winx“ getauftes Bürohochhaus, gewinnt das „Maintor“, ein Komplex aus Büros und Wohnungen sehr sichtbar an Konturen. Auf einem Balkon des neuen Wohngebäudes ganz im Osten des früheren Degussa-Areals hängt Wäsche. Ein Mann in Anzug inspiziert noch ein wenig skeptisch die Umgebung. Dann zückt er ein Mobiltelefon und fotografiert das Karmeliterkloster auf der anderen Straßenseite.

Aus den neuen Büros gleich nebenan strömen Leute. Zwei Angestellte stehen in der Sonne und essen Eis. „Raum für 3000 Arbeitsplätze und 180 Wohnungen“ verspricht Investor DIC Asset. Inzwischen sind bis auf das Winx alle Gebäude im Bau oder bezogen.

Lange war die zentrale Achse vom Willy-Brandt-Platz bis zur Nordseite des Doms nicht so von Baustellen geprägt wie in diesen Wochen. Die Stadt ändert sich rasant. 50er-Jahre-Riegel haben Platz gemacht für Hochhäuser, die mancher nicht für schöner als die Vorgängerbauten hält. Schicke Büros und teure Wohnungen entstehen im Viertel, das als „Riverside District“ vermarktet wird.

Nur ein paar Meter vom Maintor entfernt stehen drei Bagger auf dem Areal des früheren Bundesrechnungshofs. Dort wird Platz geschaffen für die Kornmarkt-Arkaden, ein Ensemble aus Büros, Wohnungen, einem großen Hotel, Läden und Lokalen, das nach Auskunft der OFB Projektentwicklung bis Ende 2017 bezogen sein soll. Ein schlanker Neubautrakt wird in Richtung des Karmeliterklosters zeigen. Der denkmalgeschützte Trakt des 50er-Jahre-Gebäudes zwischen Berliner Straße, Kornmarkt und Bethmannstraße bleibt erhalten. Dessen Fassade soll wieder wie früher die Farben Schwarz-Rot-Gold tragen.

Viel weiter sind die Arbeiten für ein Projekt gediehen, das Frankfurt spaltet, wie lang keines mehr: der Bau einer neuen Altstadt zwischen Dom und Römer. Wo das Technische Rathaus stand, ein mächtiger Betonklotz, können die Passanten nun miterleben, wie ein sehr kleinteiliges Viertel hochgezogen wird. Eher schmal und schattig werden die Gassen sein zwischen den Nachbauten historischer Altstadthäuser und den Neubauten, die charakteristische Stilelemente der im Zweiten Weltkrieg stark zerstörten Altstadt aufgreifen.

Spitze Giebel ragen inzwischen vor dem Dom empor, Rundbögen sind zu erkennen, nicht länger nur Beton, sondern auch Fachwerkbalken. Bleiben die Arbeiten weiter im Plan, könnten Ende 2017 die ersten Bewohner in das neue Viertel ziehen. „Disneyland“ nennen es die Kritiker, ein lebendiges Quartier die Befürworter. Noch optimistischer klingt, was direkt am Baustelleneingang zu lesen ist: „Hier entsteht die neue Mitte.“

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