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Immobilienmarkt Frankfurt Büroflächen in Frankfurt extrem begehrt

Leerstandsquote unter zehn Prozent: Die Nachfrage nach Büros in Frankfurt war seit 2000 noch nie so hoch.

Skyline von Frankfurt
ARCHIV - Im letzten Licht der untergehenden Sonne heben sich die Hochhäuser der Frankfurter Bankenskyline am 08.01.2016 vor den Bergen des Taunus ab. (zu dpa ?Firmen reißen sich um Frankfurter Büros: Vermietungen auf Rekord? vom 05.01.2018) Foto: Boris Roessler/dpa +++(c) dpa ? Bildfunk+++ Foto: Boris Roessler (dpa)

Unternehmen suchen so intensiv wie nie seit der Jahrtausendwende nach Büros in Frankfurt. Etwa 710.000 Quadratmeter Fläche wurden nach Zahlen mehrerer Maklerhäuser im vergangenen Jahr im Marktgebiet, zu dem auch Eschborn und Offenbach-Kaiserlei zählen, neu vermietet. Zuletzt wurden solche Mengen im Jahr 2000 erreicht. Im letzten Quartal des vergangenen Jahres erzielte der Frankfurter Büromarkt nach Zahlen des Immobilienunternehmens Cushman & Wakefield den höchsten Flächenumsatz aller Zeiten. Bei den Maklerkollegen von Black Olive spricht man bereits von Goldgräberstimmung.

Dabei spielen die Auswirkungen des Brexits, also eine mögliche Verlagerung Tausender Arbeitsplätze in der Finanzbranche von der Themse an den Main, noch eine sehr untergeordnete Rolle. Zwar hat sich die US-Investmentbank Goldman Sachs vorsorglich Flächen im Marienturm gesichert, einem 155 Meter hohen Hochhaus, das an der Taunusanlage entsteht. Und Morgan Stanley hat Büroraum im Omniturm gemietet, der an der Großen Gallusstraße in die Höhe wächst. Doch der Anteil dieser Deals am Gesamtmarkt ist noch eher gering. Erst dieses Jahr dürfte sich der Brexit nach Ansicht etwa der Marktbeobachter von Colliers stärker bemerkbar machen.

Deutsche Bank mietet riesige Flächen

Große neue Flächen sicherte sich kürzlich dagegen die Deutsche Bundesbank für die Zeit, in der ihre Zentrale in Bockenheim saniert wird. Von Herbst 2019 an wird sie das komplette Frankfurter Büro Center, einen 142-Meter-Turm an der Mainzer Landstraße im Westend, als Übergangsquartier für etwa 2000 Beschäftigte nutzen. Die Deutsche Bahn hat einen Mietvertrag für riesige Flächen abgeschlossen, die in einem 60 Meter hohen und in einem angrenzenden siebenstöckigen Bürogebäude namens „The Brick“ im Europaviertel entstehen. Die DB Netz will Ende 2020 in einen neuen Bürokomplex am Hafentunnel ziehen.

Eine stark wachsende Rolle auf dem Frankfurter Büromarkt spielen die Anbieter von Co-Working-Flächen, also von für kurze Zeit mietbaren Büros und Schreibtischen. Das US-Unternehmen We Work etwa hat Räume am Goetheplatz und im Upper Zeil angemietet, einem Geschäftshaus, das zwischen Kaufhof und My Zeil in absoluter Premium-Lage entsteht. Die Immobilie, die eigentlich vor allem der Galeria Kaufhof neue Fläche bescheren sollte, war im Herbst ausgerechnet von René Benkos Firma Signa gekauft worden, also dem Karstadt-Eigentümer.

„Die Rallye geht weiter“

Und die Nachfrage nach Flächen dürfte sehr hoch bleiben. Bei BNP Paribas Real Estate verweist man auf die positive Konjunkturentwicklung, die erneut gestiegenen Beschäftigtenzahlen und die optimistische Stimmung der Unternehmen. „Die Rallye geht weiter“, sagt Geschäftsführer Marcus Zorn.

Auch bei JLL blickt man optimistisch ins laufende Jahr. Die Unternehmen blieben auf Expansionskurs. Man profitiere von einem extrem seltenen Szenario: bessere Konjunktur bei niedrigen Zinsen, sagt Deutschland-Chef Timo Tschammler.

Das Angebot aber verknappt sich zusehends. Weiterhin wandeln Investoren Büroimmobilien in Frankfurt gerne in Wohnhäuser um. Jüngstes Beispiel ist der geplante Umbau des Union-Investment-Gebäudes am Main in einen Wohnturm. Große neue Büroflächen kommen erst 2019 auf den Markt. Und von dem, was fertig wird, ist derzeit meist der größte Teil längst vermietet.

Kein Wunder also, dass der Leerstand inzwischen auf unter zehn Prozent gesunken ist und dass die Mieten steigen. Erstmals seit 2001 werden nach Angaben von Colliers in der Spitze wieder Mieten von mehr als 40 Euro pro Quadratmeter gezahlt. Nicht einmal in München ist es so teuer.

Angesichts dieser Entwicklung und des hohen Anlagedrucks ist auch das große Interesse von Investoren nach Büroimmobilien in Frankfurt nicht verwunderlich. Der Verkauf des Tower 185 für 775 Millionen Euro war nur der spektakulärste Deal. Zuletzt wechselten etwa Japan Tower, Main Airport Center und Lurgi-Haus die Besitzer.

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