Lade Inhalte...

Haus am Dom Was tun gegen die Not der Wanderarbeiter?

Braucht Frankfurt ein Boardinghouse für osteuropäische Wanderarbeiter? Bei der Diskussion im Haus am Dom gehen die Meinungen dazu auseinander.

Lager Obdachlose
Die inzwischen geräumte Barackensiedlung im Frankfurter Gutleut. Foto: Peter Juelich

Die Diskussion um ein Boardinghouse für osteuropäische Wanderarbeiter in Frankfurt hat mit der Podiumsdiskussion am Donnerstagabend kein Ende gefunden – was auch nicht zu erwarten war. Auf Einladung der Linken hatten unter der Moderation von FR-Redakteur Hanning Voigts die Linken-Fraktionschefin im Römer, Dominike Pauli, der sicherheitspolitische Sprecher der FDP-Fraktion, Uwe Schulz, Joachim Brenner vom Förderverein Roma und Ivan Ivanov von der Beratungsstelle Faire Mobilität im Haus am Dom diskutiert.

Sozialdezernentin Daniela Birkenfeld (CDU) hatte nach Angaben der Veranstalter eine Einladung ebenso ignoriert wie Vertreter der weiteren Römer-Regierungsparteien SPD und Grüne.

So saßen im gutgefüllten Saal des Domhauses nicht unbedingt auf Konfrontation gebürstete Diskutanten in der Runde – lediglich Schulz als Vertreter des bürgerlich-konservativen Lagers hatte ein paar Positionen zu bieten, die eine Mehrheit der Zuhörer nicht teilte. Schulz hält ein Boardinghouse für überflüssig. Es werde bereits jetzt ausreichend viel für die Klientel getan, zudem falle solch ein Haus nicht in die Zuständigkeit der Stadt.

Dominike Pauli: Boardinghouse dringend nötig

Pauli hingegen hält ein solches Haus für dringend vonnöten, und zwar für die Gesamtheit der osteuropäischen Armutsmigranten. Brenner ist in dieser Frage der Zielsetzung seines Vereins verpflichtet: Er wünscht sich ein Boardinghouse für obdachlose Roma wie etwa jene, die unlängst von der Industriebrache im Gutleut vertrieben worden waren.

Ivanov unterfütterte die Diskussion mit Fakten. Die osteuropäischen Wanderarbeiter in Frankfurt – mehr als 95 Prozent kommen aus Bulgarien, Polen oder Rumänen, die meisten schaffen auf dem Bau – seien oft Opfer krimineller Machenschaften. Das reiche von Dumpinglöhnen bis zu Sozialversicherungsbetrug.

Viele müssten zudem zu Wuchermieten in überbelegten Wohnungen hausen, die der Arbeitgeber zur Verfügung stelle – und die Arbeiter dadurch noch stärker von sich abhängig mache.

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen