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Harheim Auf gute Nachbarschaft

Ein Wohnprojekt für Flüchtlinge und Senioren feiert Richtfest: Im Niederfeld in Harheim entstehen acht Reihenhäuser und vier Mehrfamilienhäuser.

Richtfest
Gruppenbild mit Sozialdezernentin: Richtfest für das Wohnprojekt in Harheim. Foto: Renate Hoyer

Hell und metallisch tönen die Hammerschläge vom Dach herunter. Oben auf dem Baugerüst mühen sich Sozialdezernentin Daniela Birkenfeld (CDU) und Planungsdezernent Mike Josef (SPD) redlich, aber mit mäßigem Erfolg, lange Zimmermannsnägel mit wenigen Hieben ins Holz zu treiben. Bauunternehmer Markus Gildner freut sich: Wenn die Bauherren sich bei diesem symbolischen letzten Nagel ungeschickt anstellten, bedeute das traditionell, dass sie den Bauarbeitern zur Eröffnung mehr Bier ausgeben müssten.

Wenn gleich zwei Dezernenten zum Richtfest kommen, dann geht es nicht um irgendein Bauprojekt. Und in der Tat sind die acht Reihenhäuser und vier Mehrfamilienhäuser, die Gildner an der Straße Im Niederfeld in Harheim bauen lässt, etwas Besonderes: Neben Wohnungen für 90 Geflüchtete, vor allem junge Familien, entstehen hier 24 Wohnungen für gemeinschaftliches Wohnen sowie betreutes Wohnen im Alter. Die Trägerschaft der Unterkunft liegt beim Deutschen Roten Kreuz, der frisch gegründete Verein „Hestia“ mietet einen Teil der 24 Wohnungen für ein gemeinsames Wohnprojekt. Insgesamt 8,8 Millionen Euro verschlingt der Bau, die Stadt fördert das Projekt mit 1,2 Millionen Euro Zuschuss und einem Darlehen über 240 000 Euro. Im Dezember sollen die ersten Bewohner bereits einziehen.

Sie habe heute Grund zur Freude, sagt Sozialdezernentin Birkenfeld. Erstens suche die Stadt ständig nach Unterkünften für Flüchtlinge, und zweitens sei es durch „viele vertrauensbildende Gespräche“ gelungen, die Bedenken im Stadtteil abzubauen. „Der Start war ein bisschen holprig“, sagt Birkenfeld. „Aber jetzt können wir sagen: Wir haben ein ausgefeiltes Konzept, wir haben eine gute Toleranz.“ Auch Planungsdezernent Josef betont, bei der Siedlungsgemeinschaft handle es sich um ein bedeutsames Projekt. „Die unterschiedlichsten Menschen“ zögen hier zusammen – darunter auch Senioren mit kleiner Rente. Unternehmer Gildner sagt, das „soziale Mischmasch“ sei das eigentlich Spannende. Es solle eine bunte Nachbarschaft entstehen, wo man sich gegenseitig unterstütze.

Während die rund 100 Gäste sich am Büfett mit Bier und Bratwurst bedienen, sagt der Harheimer Stadtbezirksvorsteher Diethard Fries, das Projekt werde im Stadtteil nach ersten Bedenken mittlerweile mit Spannung erwartet. „Das ist total gekippt“, sagt Fries. Beim neu gegründeten Runden Tisch engagierten sich bereits jetzt bis zu 30 Ehrenamtliche, die die Geflüchteten etwa bei Behördengängen unterstützen wollten – „damit die Integration dieser neuen Mitbürger gelingt“.

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