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Goethe-Universität AfE-Turm AfE-Turm soll gesprengt werden

Die neuen Besitzer wollen den AfE-Turm auf dem Campus-Bockenheim am 2. Februar sprengen lassen. 800 Kilogramm Sprengstoff werden dafür benötigt. Noch liegt allerdings die Genehmigung der Bauaufsicht nicht vor. Erlaubt die Behörde die Sprengung, bricht Frankfurt einen Rekord.

Der AfE-Turm soll in sich zusammenfallen. Foto: Andreas Arnold

Die neuen Besitzer wollen den AfE-Turm auf dem Campus-Bockenheim am 2. Februar sprengen lassen. 800 Kilogramm Sprengstoff werden dafür benötigt. Noch liegt allerdings die Genehmigung der Bauaufsicht nicht vor. Erlaubt die Behörde die Sprengung, bricht Frankfurt einen Rekord.

Dass der AfE-Turm in diesem Jahr verschwinden wird, damit dort Bürohochhäuser entstehen können, steht seit geraumer Zeit fest. Nur wie der massive Brutalismus-Bau auf dem Campus Bockenheim entfernt werden soll, steht noch nicht fest. Die städtische Wohnungsbaugesellschaft ABG, die den Campus vom Land erworben hat, will das einst höchste Gebäude Frankfurts schon am 2. Februar um 10 Uhr mit einem lauten Knall verschwinden lassen. Die nötigen Vorkehrungen für eine Sprengung des Gebäudes werden bereits getroffen – wenngleich die Genehmigung vonseiten der Bauaufsicht noch aussteht.

Abriss würde lange dauern

„Wir haben alles getan, um die Genehmigung zu bekommen“, betont ABG-Chef Frank Junker, der auf die Entscheidung der Bauaufsicht wartet. Es sei jedoch alles auf einen positiven Bescheid in der zweiten Januarhälfte ausgerichtet. Das wäre für manche Anwohner eine gute Nachricht, meint Junker. Einige hätten sich über Baulärm beklagt. Dabei habe die „heiße Phase“ der Abbrucharbeiten noch gar nicht begonnen. Bislang sei lediglich entkernt worden.

Wird die Sprengung nicht genehmigt, werde das Hochhaus bis zum Sommer von oben „relativ lärmintensiv“ mit dem Presslufthammer Stock für Stock abgerissen. Da schon jetzt zahlreiche Beschwerden eingegangen seien, habe sich die ABG dazu entschlossen, die Sprengung zu beantragen. „Lieber einmal den großen Krach, dann ist es vorbei“, so Junker. Dass eine Sprengung bezüglich der Lärmentwicklung „erhebliche Vorteile“ hätte, bekräftigt auch Michael Kummer, Leiter der Bauaufsicht. Außerdem sei die Bausubstanz – „reiner Stahlbeton“ ohne Stahlträger – für eine Sprengung gut geeignet. Für das Genehmigungsverfahren habe die Bauaufsicht externe Experten hinzugezogen. Deren Gutachten gelte es nun abzuwarten. Sollte es zur Detonation kommen, wäre der AfE-Turm das höchste jemals gesprengte Hochhaus in der Bundesrepublik, erklärt Eduard Reisch, der als Sprengmeister für den 2. Februar vorgesehen ist.

Mehr als 800 Kilogramm Sprengstoff würde er brauchen, um die etwa 50.000 Tonnen Stahlbeton zu Boden zu bringen. Mit einem ersten Knall sollen zunächst alle Pfeiler in den unteren Geschossen sowie das „Skelett“ um den Gebäudekern gesprengt werden. Genau 3,5 Sekunden später sollen die Sprengladungen im fünften und 21. Stock detonieren und das Gebäude in sich zusammenfallen. Um die Staubbelastung zu begrenzen, sollen Tanks mit etwa 25.000 Litern Wasser im Hochhaus verteilt und mit gesprengt werden, erklärt Reisch, der seit 28 Jahren als Sprengmeister arbeitet. Zum Schutz der umliegenden Gebäude wird derzeit ein sechs Meter hoher Erdwall um den Turm errichtet. Zudem würden Fassaden im Umkreis von 100 Metern eingerüstet und mit Planen abgedeckt. „Ich gehe davon aus, dass wir keine Schäden verursachen“, so der Sprengmeister.

Anwohner werden evakuiert

Auch die Polizei ist vorbereitet. Mit Hilfe des Technischen Hilfswerks (THW) müssten im Umkreis von 135 Metern alle Bewohner evakuiert werden, erklärt Frank Sandvoß, Leiter für Einsatz und Organisation der Polizeidirektion Mitte. Außerdem dürften Bewohner, die zwischen 135 Metern und 250 Metern vom AfE-Turm entfernt ihre Wohnungen haben, diese während des Sprengvorgangs nicht verlassen.

Schaulustige – Sandvoß rechnet mit Zehntausenden – könnten die Sprengung von der Ludwig-Erhard-Anlage oder von der Senckenberganlage in Nähe der Bockenheimer Warte aus verfolgen. Sollte die Sprengung genehmigt und am 2. Februar wegen schlechter Sicht, etwa bei Schneefall oder Nebel, abgesagt werden, steht der 16. Februar als Ausweichtermin fest.

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