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Galopprennbahn Niederrad „Vielbesuchtes Kleinod“

Die Anwohner in Frankfurt-Niederrad fordern Mitsprache bei der zukünftigen Gestaltung des Rennbahn-Geländes. Dem schwarz-grünen Konzept eines Freizeitparks können sie nicht viel abgewinnen. Die Sorge: noch mehr Lärm und Verkehr im Stadtteil.

Was wird künftig auf dem Rennbahn-Gelände stattfinden? Noch ist die Frage offen. Foto: christoph boeckheler*

Für viele Anwohner des Frankfurter Südens ist das Rennbahn-Areal ein vielbesuchtes Kleinod. Das betonte eine Niederräder Bürgerin, die in die Sitzung des Ortsbeirats 5 gekommen war, um sich für den Erhalt des Turfs einzusetzen. „Sie ist ein Teil Frankfurts“, sagte sie. Es müsse doch eine Lösung geben, damit die Rennbahn neben dem neuen Leistungszentrum des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) weiter betrieben werden könne.

Die schwarz-grüne Koalition im Römer hat anstelle der Rennbahn einen Sport- und Freizeitpark neben dem Leistungszentrum des DFB vorgeschlagen. Wertvolle Grünflächen, Biotope und Bodendenkmäler sollen geschützt und in den Park integriert werden. Von den insgesamt 40 Hektar, die das Gelände umfasst, sollen zunächst 10 und langfristig maximal 15 Hektar vom DFB belegt werden. 10 Hektar sind Bannwald.

Diese Idee stieß im Ortsbeirat auf Kritik. Auf der kleinen verbleibenden Restfläche könne kein internationaler Rennsport mehr betrieben werden, empörte sich Stefanie Then, Ortsvereinsvorsitzende der SPD Niederrad. „Wir können einem Freizeitpark nicht zustimmen.“ Dieser würde noch mehr Lärm und Verkehr für die Niederräder Bevölkerung bedeuten. Zuvor müssten Maßnahmen zur Infrastruktur geschaffen werden. Then forderte ein Bürgerforum.

„Es soll geprüft werden, ob ein Parallelbetrieb von Rennbahn und DFB-Zentrum möglich ist“, verteidigte Stadtverordnete Ursula von der Heide (Grüne) den Antrag. Das Problem sei die wirtschaftlich schlechte Situation des Rennbahnbetriebs. Die Mehrheit der Stadtverordneten begrüße jedoch die Ansiedlung des DFB.

Bürgerin Friedhilde Scholl wollte wissen, zu welchen Bedingungen das Gelände verkauft werden soll. „Es muss für die Öffentlichkeit weiter zugänglich bleiben.“ Es sei eine Vielzahl an Unterschriften gesammelt worden. Bürger müssten mitbestimmen dürfen, was mit dem Gelände passiert. „Wir sind uns einig, dass die Bürger beteiligt werden sollen“, antwortete ihr Martin Benedikt Schäfer (CDU).

Anwohner Roland Limburg plädiert ebenfalls für eine Bürgerbeteiligung, bat jedoch zu bedenken, dass die Rennbahntradition überholt sei. Auf dem Gelände würden mit Rennsport und Golf zwei elitäre Sportarten angeboten, die sich die wenigsten leisten könnten. Zudem sei der Rennsport Tierquälerei und die Wettkultur oft im kriminellen Milieu angesiedelt. Freizeitmöglichkeiten für Bürger und insbesondere Kinder gebe es dagegen zu wenige in der Stadt.

Der Golfclub sei für diese Sportart eine der wenigen niedrigschwelligen Angebote im Umkreis, entgegnete Then. „Er wird von vielen gerne genutzt und macht eine gute Jugendarbeit.“ Der Ortsbeirat sprach sich schließlich mehrheitlich für den Vorschlag der Koalition aus. SPD und Freie Wähler votierten dagegen.

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