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Frankfurt Widerstand gegen neuen Stadtteil organisiert sich

Bürgerinitiativen gegen den geplanten Stadtteil im Frankfurter Norden koordinieren sich bei einem Treffen in Niederursel.

Info-Veranstaltung Neuer Stadtteil
Schon im September hatten Bürger viele Fragen zum neuen Stadtteil. Foto: Peter Jülich

Der Widerstand gegen den geplanten Stadtteil im Frankfurter Norden organisiert sich. An einem ersten städteübergreifenden Treffen nahmen am Samstagabend im „Café Mutz“ in Niederursel Vertreter von fünf Bürgerinitiativen teil. Sie beschlossen, künftig gemeinsam aufzutreten. „Es wird regelmäßige gemeinsame Aktionen geben“, kündigte Wolf-Rüdiger Hansen vom „Bürgerverein Brücke 71“ (Frankfurt-Nordweststadt) im Gespräch mit der FR an. 

Das soll bereits am kommenden Donnerstag, 14. Dezember, vor dem Römer beginnen. Dort tagt ab 16 Uhr das Stadtparlament, das die Voruntersuchungen für den neuen Stadtteil auf den Weg bringen will. 

Die etwa 30 Repräsentanten der Bürgerinitiativen wandten sich bei dem dreistündigen Treffen „grundsätzlich gegen jede neue Bebauung“ in dem Entwicklungsgebiet für den neuen Stadtteil, wie Hansen sagte. Die Ackerflächen, das Grün und insbesondere die alten Streuobstwiesen müssten erhalten bleiben. Die Initiativen erkannten zwar an, dass es in Frankfurt und im Rhein-Main-Gebiet Bedarf für neuen Wohnraum gibt. „Wir wollen aber, dass die Stadt Frankfurt zunächst einmal im Inneren verdichtet wird“, so der Sprecher von „Brücke 71“. 

Die Bürger kritisierten auch, dass in dem jüngsten großen Frankfurter Stadtteil Riedberg „gar kein bezahlbarer Wohnraum“ entstanden sei. „Die Menschen fordern zwar preiswerte Wohnungen, aber es entstehen immer teure.“ 

Neben dem „Bürgerverein Brücke 71“ nahmen folgende Initiativen an der Zusammenkunft teil: „Heimatboden Frankfurt“ aus Oberursel, „Grüne Lunge am Günthersburgpark“, „Café Mutz“, Niederursel, und „Grünfläche erhalten“. Außerdem vertreten war ein „Runder Tisch“, an dem Menschen aus den Stadtteilen Nordend, Bornheim, Berkersheim, Rebstock und Praunheim sich organisiert haben. 

Kampf für die Umwelt

Die Bürgerinitiativen hatten das Treffen im „Café Mutz“ bewusst als nichtöffentlich bezeichnet und wollten deshalb auch nicht, dass die Frankfurter Rundschau von der Versammlung selbst berichtet. Tatsächlich werden innerhalb der Initiativen durchaus unterschiedliche Akzente gesetzt. So hatte ein Vertreter von „Heimatboden Frankfurt“ im Römer-Planungsausschuss Dezernent Mike Josef wegen dessen syrischer Herkunft attackiert. Man wolle im Frankfurter Norden keine verwüsteten Landschaften wie in der Heimat von Josef, hieß es da. 

Solche Äußerungen stoßen etwa beim „Bürgerverein Brücke 71“ auf strikte Ablehnung. Sein Sprecher Wolf-Rüdiger Hansen betonte, dass sich der Protest gegen den neuen Stadtteil künftig auch mit der bedrohten Umwelt über Frankfurt hinaus auseinandersetzen werde. 

„Wir sehen den Kampf für den Erhalt der Umwelt durchaus als global an und wollen, dass auch außerhalb von Frankfurt die Natur verteidigt wird“, so Hansen. Aus seiner Sicht brauche es vor allem den Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs, um die schädlichen Folgen durch immer mehr Autos zu begrenzen. 

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