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Frankfurt-Nordend Stück für Stück zum Luxus-Stadtteil

Die Grünen kritisieren das geplante Wohnquartier „Marie“ auf dem Gelände des früheren Krankenhauses. Sie fordern eine Milieuschutzsatzung.

Wohnquartier
So soll’s aussehen, wenn es fertig ist. Die Autos dürften in der Realität etwas mehr werden. Foto: Instone

Der Verkauf der Wohnungen für Frankfurts jüngstes Luxus-Projekt hat begonnen. 236 Wohneinheiten entstehen im künftigen Quartier „Marie“ auf dem Gelände des früheren Marienkrankenhauses im Frankfurter Nordend. Darunter sind 181 Eigentumswohnungen. Der Investor, der Immobilienkonzern Instone Real Estate, strebt einen Umsatz von mehr als 200 Millionen Euro beim Verkauf an.

Und das ist auch realistisch. Denn der Ansturm der Interessenten ist groß. Mehr als 6000 Anfragen gingen bei der börsennotierten Firma für die Wohnungen ein. Zwischen Richard Wagner-, Nordend- und Weberstraße reißen derzeit Bagger die letzten Reste des historischen Marienkrankenhauses ab.

Grüne kritisieren Wandel zum „Luxus-Stadtteil“

Die Grünen als stärkste politische Kraft in ihrem Frankfurter Stammviertel kritisieren die Entwicklung scharf. „Das Nordend wandelt sich mit solchen Projekten Stück für Stück zu einem Luxus-Stadtteil“, urteilt der Fraktionssprecher der Grünen im Ortsbeirat 3, Jochen Vielhauer. „Marie“ schotte sich künftig stark von seiner Umgebung ab.

Die Grünen drängen darauf, dass endlich die städtische Milieuschutzsatzung beschlossen wird, die noch der frühere Frankfurter Planungsdezernent Olaf Cunitz (Grüne) für das Nordend versprochen hatte. Aber auch sein Nachfolger Mike Josef (SPD) habe sie nicht auf den Weg gebracht.

Vom Frankfurter Architekturbüro Magnus Kaminiarz stammt der Entwurf für die insgesamt acht neuen Gebäude. Zu den 181 Eigentumswohnungen kommen 55 geförderte Mietwohnungen. Sie entstehen im ehemaligen Schwesternwohnheim des Krankenhauses. Die Grünen sehen den Zuschnitt und die Lage dieser Unterkünfte kritisch. „Es sind in dem öffentlich geförderten Teil nur Kleinstwohnungen vorgesehen“, sagt Fraktionssprecher Vielhauer.

Die Wohngebäude orientieren sich deutlich am klassischen Vorbild des früheren Krankenhauses, das im Jahre 1907 seinen Betrieb aufgenommen hatte. Geplant sind dreigeschossige Wohnhäuser mit einem ausgebauten Dachgeschoss. Die Wohnungen im Erdgeschoss bekommen „einbruchshemmende Fenster und Eingangstüren“. Mit einem Zaun, Eingangstoren und einer 1,80 Meter hohen Hecke schirmt sich dass Luxus-Projekt von seiner Umgebung ab. Zwei Kindertagesstätten sind beabsichtigt, eine zweigeschossige Tiefgarage bietet 235 Auto-Stellplätze, das heißt also praktisch für jede Wohnung einen Stellplatz. Das ist für das chronisch überparkte Nordend eine absolut luxuriöse Situation. Ralf Werner, der Niederlassungsleiter Rhein-Main von Instone, hebt hervor, dass das Projekt im Zeitplan liege. Die Stadt hat noch keine abschließende Baugenehmigung erteilt, bei der städtischen Bauaufsicht sieht man jedoch keine grundsätzlichen Hindernisse mehr. Bis Ende 2021 will der Bauherr die Arbeiten abgeschlossen haben.

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