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Frankfurt-Niederrad Wandel der Bürostadt geht voran

Die ABG Frankfurt baut 118 Wohnungen an der Lyoner Straße. Damit schreitet der Wandel der Bürostadt voran. Die Hälfte der Einheiten sind von der Stadt gefördert mit Mietpreisen von 8,20 Euro den Quadratmeter.

Frankfurt-Niederrad
Jeder Wohnung hat einen Balkon. Foto: Gross & Partner

Die Bürostadt wird es bald nicht mehr geben. An allen Ecken des Viertels entstehen Wohnbauten. Oder findige Investoren wandeln alte Büros einfach in Apartments um. Klar, dass das Quartier darum nicht mehr Bürostadt heißen soll.

Der zuweilen skurrilen Namensdebatte hat nun ABG-Chef Frank Junker eine weitere Blüte hinzugefügt: „Bad Niederrad“. Die vermeintlich heiße Quelle, die plötzlich in einer großen Fontaine aus der Baugrube an der Lyoner Straße 54-56 spritzte, hat sich aber als Fernwärmeleitung der Mainova entpuppt, erzählt Junker beim Spatenstich zum neuen ABG-Projekt. Das Aus für Bad-Niederrad.

Auch OB Peter Feldmann ist zu dem symbolträchtigen Akt gekommen. Nicht, weil die 118 neuen Mietwohnungen besonders schön wären. Vermutlich werden sie das sogar. Einheiten mit zwei bis fünf Zimmern entstehen, auf zwei Gebäude (Passivhausstandard) verteilt, zwischen Lyoner und Hahnstraße gelegen, jede Wohnung barrierefrei.

Es gibt eine Tiefgarage für 101 Autos, ein Car-Sharing-Angebot, fünf Ladestationen für Elektromobile, 237 Fahrradstellplätze. Jede Wohnung hat Balkon oder Terrasse. Von dort schauen die Mieter ins Grüne. Auf der einen Seite auf die Sportanlage Hahnstraße, auf der anderen auf einen noch anzulegenden Grünstreifen – mit Feuerwehrzufahrt, Radweg und Bäumchen. Im Süden locken Golfplatz und der Stadtwald. Im Westen rauschen sanft die Fahrzeuge auf der A5. Und im Himmel dröhnen die Flugzeuge. Laut sind sie schon. Aber alles im Rahmen, findet Junker, auch auf dem Gebiet Experte. „Ich wohne ja nur ein paar Meter weiter.“

Nein, es ist die Symbolik, die das Stadtoberhaupt an die Baugrube drängt. Der Wandel der Bürostadt eben. Zu einem lebendigen Quartier, in dem die Menschen wohnen und arbeiten können. Eine Baugrube weiter in Richtung A5 stand früher einmal die Frankfurter Woolworth-Zentrale. Geschichte. Jetzt errichtet Projektentwickler „6B47“ – vormals PDI – mit 500 neuen Wohnungen.

Auch die Infrastruktur ist da. Die Trams der Linien 12 und 19 zuckeln an der Baustelle vorbei, die Haltestelle (Bürostadt) liegt etwa vier Gehminuten entfernt. Die S-Bahnstation sechs. Die Tankstelle eine Minute (mit dem Auto). Feldmann verweist zudem auf einen neuen, nahe gelegenen Edeka-Markt und die neue Kita auf der anderen Straßenseite – in einem gerade fertig gestellten Wohnkomplex der ABG.

Dort, erzählt Feldmann süffisant, sei er kürzlich noch gefragt worden, warum die ABG dort weniger als 40 Prozent geförderten Wohnraum errichte. Wo doch die 40 Prozent die erklärte Marke der Stadt beim Wohnungsbau seien. Jetzt gleicht sich das aber aus, rechnet Feldmann vor. Beim neuen Projekt an der Lyoner werden 50 Prozent der Wohnungen im zweiten Förderweg vergeben. Das heißt, der Mietpreis der 59 Wohnungen liegt bei 8,20 Euro pro Quadratmeter.

Der Preis für die andere Hälfte liegt bei zwölf Euro. 45 Millionen Euro investiert die ABG in die Parzelle Lyoner Straße 54. Insgesamt 220 Millionen Euro in die Bürostadt, für rund 700 neue Wohnungen.

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