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Frankfurt-Niederrad Bürostadt setzt aufs Wohnen

Die Bürostadt Niederrad will lebendiger werden. Das Gewerbegebiet soll zu einem Ort werden, in dem Menschen wohnen und einkaufen gehen können. Um dieses Ziel zu erreichen, wirbt eine Standort-Initiative mit einer speziellen Internetseite.

In der Lyoner Straße wird kräftig gebaut. Foto: Monika Müller

Die Bürostadt Niederrad wandelt sich. Bis 2017 sollen in dem Gewerbegebiet 3000 Wohnungen für doppelt so viele Menschen entstehen. Die „Standort-Initiative Neues Niederrad“ (Sinn), bestehend aus 14 Unternehmen, begleitet den Übergang: „Wir sind auf dem Weg zu einer lebendigen Bürostadt, in der die Menschen auch wohnen und einkaufen können“, sagt der Vorsitzende David Roitman.

Eine Quartier-Webseite soll dabei helfen. Die Standort-Initiative hat sie am Mittwoch offiziell gestartet. Unter dem Link www.lebendige-buerostadt.de können sich Interessierte einen Eindruck verschaffen und Kontakte knüpfen. „Wer eine Wohnung sucht, kann sich dort genauso informieren wie Unternehmen, die freie Büroflächen mieten wollen“, erläutert der stellvertretende Vorsitzende Detlef Hans Franke. Demnächst soll es die Website auch auf Englisch geben. „Die Bürostadt Niederrad ist ein internationaler Platz“, so Franke.

Leerstandquote hat sich halbiert

Finanziert wird die Internetseite durch Beiträge der Mitglieder. Die Stadt fördert sie mit 7500 Euro. „Wir freuen uns, dass sich die Unternehmen in der Bürostadt Niederrad für ihren Standort einsetzen“, sagt Wirtschaftsdezernent Markus Frank (CDU). Die Seite sei ein hervorragendes Schaufenster für das Quartier. Der Stadtrat lobt den Standort Niederrad und spricht von einer „Bewusstseinsveränderung“: Ziel sei, „aus der guten, alten Bürostadt ein lebendiges Quartier zu machen.“ Das gelinge nur, wenn man sie als Bürostandort erhalte, und gleichzeitig als Wohnraum nutze.

In die gleiche Kerbe schlägt Sinn-Vorsitzender Roitman: „Die Bürovermietung wird ein großer Teil der Bürostadt bleiben.“ Er verweist auf aktuelle Zahlen des Immobiliendienstleisters CBRE: Demnach hat sich die Leerstandquote seit 2009 nahezu halbiert – von 26,5 Prozent auf 14,8 Prozent. Die durchschnittlichen Mietpreise hätten sich in diesem Zeitraum nur leicht erhöht – von 11,75 Euro auf 12,05 Euro pro Quadratmeter.

Der Wandel in Niederrad ist an vielen Stellen zu spüren. Nicht nur durch das Umwandeln von Büros in Wohnungen. Auch dank der Sanierung einzelner Bürotürme. Der 21 Stockwerke hohe „Access-Tower“ etwa wurde aufwendig erneuert und daraufhin für sein nachhaltiges Energie-Konzept ausgezeichnet. Bereits bezugsfertig sind 196 teilmöblierte Wohnungen in der Hahnstraße 72. Fünf weitere Wohnprojekte sind geplant oder im Bau. Vor allem auf dem Nestlé-Campus geht es voran: Dort entstehen eine Kindertagesstätte und ein Konferenzcenter.

Das Quartier könnte bald einen neuen Namen bekommen. „Bürostadt passt irgendwann nicht mehr“, betont Franke von der Standort-Initiative. Die Initiative will einen Wettbewerb starten und dann dem zuständigen Ortsbeirat 5 (Niederrad, Oberrad, Sachsenhausen) einen Vorschlag unterbreiten. Etwa den Titel „Lyoner Viertel“.

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