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Frankfurt Günstig und anders wohnen

Viele suchen in Frankfurt günstigen Wohnraum - und sind offen für neue Formen des Zusammenlebens. Frankfurter Wohnungsbaugenossenschaften das Netzwerk Frankfurt für gemeinschaftliches Wohnen wollen solche Vorhaben mit einer Kooperation stärken.

Der Wunsch aller Wohngenossen: das Richtfest für das eigene Projekt wie hier auf dem Naxos-Gelände im Jahr 2014. Foto: peter-juelich.com

Um mehr genossenschaftliche und gemeinschaftliche Wohnprojekte realisieren und mehr politischen Einfluss ausüben zu können, haben die Kooperation der Frankfurter Wohnungsbaugenossenschaften und das Netzwerk Frankfurt für gemeinschaftliches Wohnen eine Zusammenarbeit beschlossen. Bisher gebe es zwar großen Bedarf an anderen Formen des Zusammenlebens und günstigen Wohnungen, aber kaum Chancen, solche Vorhaben umzusetzen, hieß es am Dienstag bei der Vorstellung der Partnerschaft.

Die traditionellen Wohnungsgenossenschaften verfügen, wie der Sprecher ihrer Kooperation, Ulrich Tokarski klarmachte, über die finanziellen Mittel und das Know-how, um den dringend benötigten bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, haben es aber unter anderem schwer, an günstiges Bauland zu kommen. Bei der Vergabe der Grundstücke auf dem Kulturcampus waren sie etwa nicht zum Zuge gekommen.

Die ehrenamtlich tätigen Mitglieder der 50 Wohngruppen in der Stadt wiederum haben nach Darstellung von Birgit Kasper, der Leiterin der Netzwerk-Beratungstelle, oft Schwierigkeiten, ihre Projekte zu finanzieren und baulich umzusetzen.

Per Kooperation könnten gemischte Projekte entstehen, von denen beide Partner profitieren, stellten Tokarski und Kasper in Aussicht. Günstiger Wohnraum für Mitglieder der Genossenschaften entstehe, aber auch die von den Gruppen gewünschten neuen gemeinschaftlichen Wohnformen. Diese könnten auch etwa für junge Familien mit Kindern, die Mitglieder der sieben kooperierenden Traditionsgenossenschaften sind, attraktiv sein. Zumal Familien wegen des großen Zeitaufwands, den eine Mitarbeit in den alternativen Projekten bedeuteten, dort oft unterrepräsentiert seien. Gemeinsam wollen die Genossenschaften und die Vertreter der gemeinschaftlichen Wohnprojekte zudem den Druck auf die Stadtpolitik erhöhen. Diese müsse endlich auf die sich verändernden Bedürfnisse der Bevölkerung reagieren und ihnen helfen, an günstiges Bauland zu kommen.

Das Stadtparlament habe zwar bereits 2006 beschlossen, dass 15 Prozent der städtischen Neubauflächen für Genossenschaften und Wohngruppen vorzuhalten seien. Doch passiert sei zu wenig. Weil immer noch unklar sei, wann die Arbeiten für gemeinschaftliche Wohnformen auf dem Kulturcampus beginnen können, schauten sich der von ihm geführte Volks-, Bau- und Sparverein und die mit diesem kooperierende Gruppe Globalokal auch nach Alternativen um, so Tokarski.

Kasper und Tokarski forderten, dass die 15-Prozent-Quote nicht nur für städtische Grundstücke gelten soll, sondern auch für Areale im Besitz des städtisches Wohnungskonzerns ABG Frankfurt Holding.

Die Stadt solle zudem prüfen, wie man Investoren über städtebauliche Verträge verpflichten kann, in Neubaugebieten die selbe Quote für gemeinschaftlichen und genossenschaftlichen Wohnungsbau vorzuhalten, hieß es am Dienstag.

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