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Frankfurt CDU-Verbände planen Demo gegen neuen Stadtteil

CDU-Verbände im Taunus machen gegen den geplanten neuen Stadtteil beidseits der A5 mobil und planen einen „Sternmarsch“.

Frankfurter Norden
Im Frankfurter Norden soll ein neuer Stadtteil entstehen. Foto: Monika Müller

Wenn Christdemokraten schon einmal auf die Straße gehen.“ Bei diesem Satzanfang muss Ex-Staatsminister Jürgen Banzer lächeln. Aber die Sache ist ernst, denn „die Menschen sind verunsichert“, fährt der Kreisvorsitzende der Hochtaunus-CDU fort. Verunsichert von den Frankfurter Plänen zur Stadterweiterung gen Norden und Westen. Vor allem, weil die Metropole dabei auch zum Sprung über die A5 ansetzen will.

Das „Gefühl der Skepsis“ wolle die CDU beantworten, „deutlich machen, wo wir stehen“. Auf der Seite derer nämlich, die diesen Sprung nicht zulassen wollen. Dafür werden sie zumindest auf Feldwege gehen.

Die CDU-Verbände im Vordertaunus und in angrenzenden Kommunen des Main-Taunus-Kreises wollen gegen die Idee vom neuen Stadtteil beidseits der A5 mobil machen. Mobil im wahrsten Sinne des Wortes, denn geplant ist ein Sternmarsch aller Städte mit Abschlusskundgebung in der Feldgemarkung am Rand des möglichen zukünftigen Siedlungsgebietes. Zu Fuß oder per Fahrrad, das könne jeder Verband selbst organisieren.

„Wir müssen uns zusammentun und Bande knüpfen in der CDU-Familie“. So drückte es der Oberurseler CDU-Fraktionschef im Stadtparlament Jens Uhlig gestern bei der Vorstellung der Idee aus. Etwas rustikal formuliert, sei es das Ziel, einen „durchgehenden Siedlungsbrei zu verhindern“. Die Furcht geht um, dass bisherige „polyzentrische Strukturen“ und Naherholungsgebiete wegfallen. Der für den 19. August vorgesehene Sternmarsch soll dagegen ein „starkes Signal“ setzen.

Oberursel ist dabei, Steinbach ebenso, beide Kommunen haben ihre Position bereits mit Stadtverordnetenbeschlüssen bekräftigt. Auch in Eschborn formiert sich Protest, die CDU hat ihren stellvertretenden Parteivorsitzenden Wolfram Schuster zum Pressegespräch nach Bad Homburg geschickt. „Die Ideen von Frankfurts Planungsdezernent Mike Josef (SPD) „alarmieren ausreichend“, so Schuster. Die CDU vermisse vor allem „strukturelle Gedanken“ zum Thema Verkehr und sorge sich um „hochwertiges Ackergelände“. Der wichtigste Wirtschaftsstandort im Main-Taunus-Kreis komme ohnehin schon lange an seine Grenzen.

Wie groß die Allianz am Ende sein wird, die am 19. August zum Feld und zur Scheune von Bauer Bickert im Oberurseler Ortsteil Weißkirchen an der Grenze zu Steinbach marschieren wird, ist noch unklar. Geworben wird in der gesamten „CDU-Familie“ im Vordertaunus und im Main-Taunus-Kreis, Unterstützung werde auch aus CDU-Kreisen in Ortsverbänden und Ortsbeiräten im Frankfurter Norden signalisiert, hieß es gestern.

Der Landtagskandidat der CDU Frankfurt im Wahlkreis 35, Veljko Vuksanovic, hatte seine Teilnahme am Pressegespräch kurzfristig wegen eines anderen Termins abgesagt. Eine Parteiveranstaltung soll der Sternmarsch nicht sein, der Aufruf zur Teilnahme richte sich an alle kritischen Bürger.

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