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Frankfurt Ansturm auf Luxusquartier im Nordend

Der Ansturm auf das neue Luxuswohnquartier im Frankfurter Nordend ist überwältigend - für 181 Wohnungen gehen tausende Anfragen ein.

Marienkrankenhaus
Der Abriss des Marienkrankenhauses ist in vollem Gang. Foto: Renate Hoyer

Der Ansturm auf das neue Luxuswohnquartier im Frankfurter Nordend ist überwältigend. Mehr als 6000 Anfragen gingen bei Instone Real Estate für die 181 Eigentumswohnungen ein, die bei „Marie“ entstehen, auf dem ehemaligen Gelände des Marienkrankenhauses. Zwischen Richard-Wagner-, Nordend- und Weberstraße werden acht Gebäude errichtet.

Das Immobilienunternehmen wirbt im Internet mit dem „historischen Charme“ des alten Krankenhausgeländes, zugleich aber mit „modernstem Komfort“. Und es lässt keinen Zweifel daran, dass das neue Wohnviertel sich von der Umgebung abgrenzt: „Das Gelände ist von einem schützenden Zaun umgrenzt, so dass sie im Innenhof ungestört sind und in Ruhe verweilen können.“ Zur Ausstattung gehören Loggien und Terrassen, es gibt „großzügige Raumhöhen“ von teilweise über vier Meter. Außerdem   Eingangstore und eine Hecke von etwa 1,80 Meter Höhe.

Planungsdezernent Mike Josef (SPD) sieht das Projekt „Marie“ als beispielhaft für den Boom bei Luxuswohnungen in Frankfurt und in der Rhein-Main-Region: „Es gibt eine hohe Nachfrage, aber nur ein geringes Angebot.“ Mittlerweile, so berichtet der Stadtrat aus seinen Gesprächen, „werden in Frankfurt Eigentumswohnungen reserviert, ohne sie vorher anzuschauen“. Bauvorhaben wie das „Marie“ seien „innerhalb kürzester Zeit sofort weg“.

Der Planungsdezernent hebt positiv hervor, dass es der Stadt noch gelungen sei, in Verhandlungen mit dem Investor zusätzlich 55 öffentlich geförderte Wohnungen durchzusetzen. Die Hälfte davon sind Sozialwohnungen, die andere Hälfte gehört zum Mittelstandsprogramm. „Wenn wir nicht in Verhandlungen für öffentlich geförderten Wohnraum kämpfen würden, entstünden in Frankfurt nur noch Eigentumswohnungen“, sagt der Stadtrat in aller Offenheit.

Die städtische Bauaufsicht hat für den Abriss des alten Marienkrankenhauses und den Aushub der Baugrube jetzt eine erste Teilbaugenehmigung ausgesprochen. „Die Gesamtgenehmigung wird erteilt, wenn letzte Details geklärt sind“, heißt es im städtischen Planungsamt.

Vom früheren Krankenhaus bleibt nur noch die Radioonkologie stehen. Entlang der Nordseite des Geländes, also an der Richard-Wagner-Straße, entsteht ein Kinderkrankenhaus. Zur Infrastruktur des Wohnquartiers gehört eine Kita mit zwei Gruppen für Kinder von bis zu drei Jahren.

Das Unternehmen wirbt für „Marie“ mit dem Slogan „In Frankfurt lebt der Esprit“. Der Ausstieg Großbritanniens aus der Europäischen Union habe zur Folge, „dass Frankfurt am Main für zahlreiche Unternehmen ein immer attraktiverer Standort wird“.

Der Entwurf für das Wohnquartier stammt vom Frankfurter Architekturbüro Magnus Kaminiarz. Das Büro hat auch den Luxuswohnturm „Grand Tower“ konzipiert, Deutschlands höchstes Wohnhochhaus, das gerade am Güterplatz gebaut wird. Kaminiarz spricht bei „Marie“ von einem „spannungsvollen Dialog aus Alt und Neu, in dessen Mitte sorgsam erdachte Landschaftsräume und Gärten wieder erlebbar werden“.

Eine Anfrage der Frankfurter Rundschau beim Immobilienunternehmen Instone Real Estate zum Bauvorhaben „Marie“ blieb bis Redaktionsschluss unbeantwortet.

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