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Fragen zur Identität Linke wirft Wohnungsgsellschaften Rassismus vor

Die Wohnungsgesellschaften ABG und Nassauische Heimstätte fragen Wohnungsbewerber nach Nationalität, Familienstand und Einkommen - für den Linken Eyup Yilmaz ist das purer Rassismus.

Nassauische Heimstätte
Ein Wohngebäude der Nassauischen Heimstätte in Sachsenhausen. Die Wohnungsgesellschaft fragt Wohnungsbewerber unter anderem auch nach ihrer Herkunft. Foto: Andreas Arnold

Die Linke im Römer kritisiert in scharfer Form, was die Wohnungsgesellschaften ABG und Nassauische Heimstätte von Menschen, die sich um eine Wohnung bewerben, wissen wollen. Besonders stört den wohnungspolitischen Sprecher der Fraktion, Eyup Yilmaz, dass die Unternehmen Auskünfte über die Staatsangehörigkeit potenzieller Mieter einholen. Dass die Nassauische Heimstätte in der Antwort des Magistrats auf eine Anfrage der Linken offen zugebe, dass sie diese abfrage, um Kriminalität im Wohnumfeld zu vermeiden, nennt der Stadtverordnete puren Rassismus.

Yilmaz gibt die vom Magistrat zitierte Antwort der Unternehmensgruppe, die zum größten Teil dem Land und der Stadt Frankfurt gehört, allerdings sehr verknappt wieder. Diese nennt es „zur Vermeidung von Segregation, Ghettoisierung und Kriminalität und zur Förderung von Integration“ unabdingbar, die Interessenten nach „Nationalität, Familienstand und Einkommen“ zu befragen.

Datenschützer fühlen sich an „Ariernachweis“ erinnert

Seltsam bleibt es allerdings, dass die potenziellen Mieter im Fragebogen auf der Homepage des Wohnungsunternehmens bei der Nationalität, wie die Initiative Datenschützer Rhein-Main in scharfer Form kritisiert, zwischen „Deutschland“ und „Deutsche anderer Herkunft“ wählen können. Die Datenschützer erinnert das nach eigenen Worten gar an den „Ariernachweis“.

Bei der Nassauischen Heimstätte weist man diese Kritik zurück. „Uns geht es um die Integration“, sagt Unternehmenssprecher Jens Duffner auf Anfrage der Frankfurter Rundschau. Ob Mieter mit deutschem Pass einen Migrationshintergrund haben, sei für das Unternehmen von Relevanz, weil es zielgruppengerechtes Sozialmanagement betreibe, sagt Duffner. So gebe es etwa Angebote speziell für muslimische Frauen und Streetworker, die auf die Arbeit mit Jugendlichen mit Migrationshintergrund spezialisiert seien.

„Fast wie private Anbieter“

Für einen Skandal hält es die Linke auch, dass Mieter den Wohnungsunternehmen Arbeitsverträge vorlegen müssten, am besten sogar unbefristete. „Gerade Geringverdienende sollen doch in bezahlbaren Wohnungen der stadteigenen Wohnungsgesellschaften leben“, empört er sich. Nicht in Ordnung findet es Yilmaz zudem, dass ABG und Nassauische Heimstätte Schufa-Auskünfte einholen. „Damit unterscheiden sich die öffentlichen Wohnungsunternehmen kaum noch von privaten Vermieterinnen und Investoren“, kritisiert er.

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